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Big Walk boykottiert Xbox aus Solidarität mit Palästina

Das preisgekrönte Koop-Spiel Big Walk erscheint nicht für Xbox. Die Entwickler von House House begründen dies mit dem BDS-Aufruf zum Boykott von Microsoft wegen dessen Geschäften mit dem israelischen Militär.

Das von der Kritik hochgelobte Koop-Spiel Big Walk wird nicht für Xbox erscheinen. Die Entwickler von House House haben bestätigt, dass sie damit dem Aufruf der palästinensisch geführten BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions) folgen, Microsoft und dessen Gaming-Sparte als vorrangiges Boykottziel zu behandeln. Das Spiel war im August für PlayStation 5, Nintendo Switch 2 und PC veröffentlicht worden, eine Xbox-Version fehlte von Anfang an.

In einer Erklärung begründete das Studio aus Melbourne die Entscheidung mit der Überzeugung, dass koordinierte kollektive Aktionen selbst mächtige Interessen herausfordern können. Man würde es begrüßen, wenn Big Walk auch auf Xbox spielbar wäre, heißt es in der Mitteilung, doch erst wenn Microsoft oder Xbox von der BDS-Boykottliste gestrichen würden, sei eine Veröffentlichung denkbar. Bis dahin bleibe die Plattform ausgeschlossen.

Die BDS-Bewegung wirft Microsoft vor, in besonderem Maße in die israelische Besatzungspolitik und die militärischen Operationen in Gaza verstrickt zu sein. Die Organisation behauptet, das Unternehmen liefere wissentlich Technologie, darunter Künstliche Intelligenz, die bei schweren Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen zum Einsatz komme. Microsoft ist nach Einschätzung der BDS-Aktivisten „möglicherweise das am stärksten komplizenhafte Tech-Unternehmen“ in diesem Kontext. Die Kampagne ruft Verbraucher dazu auf, Microsoft-Produkte zu meiden, Institutionen zur Desinvestition zu drängen und Verträge mit dem Konzern zu beenden.

Big Walk stammt von den Machern des viralen Hits Untitled Goose Game und ist ein kooperatives Online-Spiel, das als „Walker-Talker“ beschrieben wird. Laut der Bewertungsplattform Metacritic zählt es zu den bestbewerteten Titeln des Jahres 2026. Nur Sektori sowie Neuauflagen von Resident Evil 2 und The Witcher 3: Wild Hunt schnitten in den Bewertungen besser ab. Die Entscheidung, Xbox zu meiden, fiel dem Studio zufolge bereits vor der Veröffentlichung, wurde aber erst jetzt öffentlich erklärt.

Die Vorwürfe gegen Microsoft sind nicht neu. Bereits zuvor hatten Berichte, unter anderem im Guardian, darauf hingewiesen, dass die israelische Armee während der intensivsten Phase ihrer Bombardierung von Gaza verstärkt auf Cloud- und KI-Dienste von Microsoft zurückgriff. Das Magazin +972 behauptete, Microsoft sei in allen wichtigen militärischen Infrastrukturen Israels präsent. Microsoft hat es bislang abgelehnt, auf Bedenken von Mitarbeitern zu reagieren oder sich zu den Verträgen mit dem israelischen Militär zu äußern.

Israel weist alle Vorwürfe eines Völkermords in Gaza zurück und bezeichnet sein Vorgehen als Selbstverteidigung. Die israelische Regierung hat einen UN-Bericht, der zu gegenteiligen Schlüssen kommt, als antisemitische Lügen bezeichnet, die von der Hamas inspiriert seien. House House ist nicht das erste Entwicklerstudio, das sich dem BDS-Boykott anschließt, doch angesichts der hohen Bekanntheit des Studios und der positiven Kritiken für Big Walk dürfte die Entscheidung in der Gaming-Szene für Aufmerksamkeit sorgen.

Für Spielerinnen und Spieler bedeutet der Boykott, dass Big Walk auf der Xbox-Plattform nicht verfügbar sein wird. Ob und wann sich das ändert, hängt laut House House davon ab, ob Microsoft von der BDS-Liste gestrichen wird. Das Studio positioniert sich damit klar in einer Debatte, die weit über die Spielebranche hinausreicht und die Verflechtung von Technologiekonzernen mit militärischen Konflikten betrifft.

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