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AfD gewinnt Sachsen-Anhalt – und erreicht auch junge Wähler

Die AfD landet bei rund 44 Prozent und wird mit Abstand stärkste Kraft. Auffällig ist, dass sie laut ARD-Prognose auch bei jüngeren Wählern vorn liegt.

АдГ выиграла выборы в Саксонии-Анхальт, но власть ей пока не гарантирована

Roy Zuo · CC BY-SA 4.0 · rights

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt endet mit einem Ergebnis, das viele politische Gewohnheiten auf den Kopf stellt. In der ersten Hochrechnung liegt die AfD bei 44,1 Prozent, die CDU bei 18,5 Prozent. Noch 2021 hatte die CDU 37,1 Prozent erreicht und die AfD 20,8 Prozent. Innerhalb von fünf Jahren haben sich die Kräfteverhältnisse damit fast umgedreht.

Für junge Menschen ist an diesem Wahlabend vor allem ein Punkt bemerkenswert: Der AfD-Erfolg ist nicht einfach nur eine Geschichte über ältere Protestwähler. Die ARD-Wahlanalyse berichtet, dass die Partei in der ersten Prognose bei Männern und Frauen sowie bei jüngeren und älteren Wählern vorne lag. Die Prognose beruht auf rund 20.000 Interviews in 180 Wahllokalen und ist noch mit statistischer Unsicherheit verbunden.

Das Ergebnis bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die AfD nun die Landesregierung übernimmt. Eine absolute Mehrheit war in den ersten Hochrechnungen nicht gesichert. Der Landtag hat regulär 83 Sitze, kann durch Überhang- und Ausgleichsmandate aber größer werden. Erst die endgültige Sitzverteilung zeigt, wer tatsächlich eine Mehrheit organisieren kann.

Die anderen etablierten Parteien wollen weiterhin nicht mit der AfD koalieren. Dadurch kann ein sehr deutlicher Wahlsieg trotzdem in eine komplizierte Regierungsbildung führen. Das ist eine Besonderheit parlamentarischer Systeme: Wer die meisten Stimmen bekommt, wird nicht automatisch Regierungschef, wenn ihm die Mehrheit im Parlament fehlt.

Warum ist die Wahl bundesweit so aufgeladen? Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt stuft den AfD-Landesverband als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Die Behörde wirft ihm unter anderem einen ethnisch definierten Volksbegriff, rassistische Abwertungen und Angriffe auf das Demokratieprinzip vor. Damit geht es bei der Debatte nicht nur um klassische Unterschiede zwischen konservativ, liberal und links.

Trotzdem wäre die Formel „Deutschland kehrt zum Dritten Reich zurück“ falsch. Die AfD ist nicht die NSDAP, und eine Wahl in einem Bundesland ist kein Beweis dafür, dass ganz Deutschland eine nationalsozialistische Ideologie übernommen hat. Die Bundesrepublik bleibt eine pluralistische Demokratie mit freien Wahlen, Opposition, Gerichten und föderalen Machtgrenzen. Historisch bedeutsam ist vielmehr, wie stark eine Partei werden kann, deren Landesverband von einer staatlichen Behörde als rechtsextrem eingestuft wird.

Im Wahlkampf ging es zugleich um sehr konkrete Alltagsfragen. Wirtschaft, Preise, Migration, Bildung und Unzufriedenheit mit der Bundesregierung spielten eine große Rolle. Gerade bei jungen Wählern treffen solche Themen auf Zukunftsängste, hohe Wohn- und Lebenshaltungskosten, Unsicherheit beim Berufseinstieg und eine politische Kommunikation, die immer stärker über TikTok, Instagram und andere Plattformen läuft.

Für Sachsen-Anhalt beginnt deshalb nach dem Wahlabend die schwierigere Phase. Das vorläufige amtliche Ergebnis wird in der Nacht oder am frühen Morgen erwartet. Dann zeigt sich, ob die AfD an die absolute Mehrheit herankommt und welche Alternativen die übrigen Parteien haben. Fest steht schon jetzt: Die politische Verschiebung ist real. Ob sie zur Regierungsübernahme führt, ist noch offen.

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