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AfD in Sachsen-Anhalt: Siegmunds Wahlkampf mit radikalem Netzwerk

Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, präsentiert sich im Wahlkampf als freundlicher Hoffnungsträger. Doch sein Team führt seit einem Jahr einen aggressiven Kampf gegen kritische Medien. Dahinter stehen Aktivisten der rechtsextremen Identitären Bewegung.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, inszeniert sich als freundliches Gesicht seiner Partei. Bei Wahlkampfterminen lächelt er, schüttelt Hände, geht für Fotos mit Kindern in die Hocke und filmt seine Besucher im Selfie-Modus. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich ein Wahlkampfapparat, der seit mehr als einem Jahr einen zunehmend aggressiven Kampf gegen die Presse führt – mit großem Erfolg.

Der Auftritt auf dem Marktplatz in Halle Mitte August zeigt das Muster: Während Siegmund zwei Stunden lang geduldig Einzelgespräche führt, kreisen junge Männer seines Medienteams mit Kameras um den Stand. Es handelt sich nach Recherchen um Aktivisten der rechtsextremen Identitären Bewegung. Zwei Streamer übertragen die Veranstaltung live ins Netz und begleiten fast jeden Termin des Kandidaten. Kritische Fragen lässt Siegmund erst am Ende zu – und wenn ein Journalist des Deutschlandfunks sie stellt, wird er von einem Streamer mit der Frage konfrontiert: „Sind Sie bei der Antifa?“ Siegmund steht daneben und lacht.

Das Ziel des Spitzenkandidaten ist ambitioniert: Er will bei der Landtagswahl Anfang September die absolute Mehrheit holen. „45 Prozent + X“ lautet seine Formel, mit der er auf Veranstaltungen wirbt. Damit wäre er der erste Ministerpräsident der AfD in Deutschland. Beobachter beschreiben seinen Wahlkampf als den professionellsten, den die Partei je geführt hat. Seine zentrale Botschaft ist nicht Wut oder Verdruss, sondern Hoffnung – die Hoffnung darauf, dass alles so wird, wie es einmal war.

Die Präsenz in der Fläche ist perfekt verzahnt mit einer Kampagne über soziale und alternative Medien. Jeder Handschlag wird so zum hundertfachen Gewinn, die große Siegmund-Show flutet permanent das Netz. Dabei sendet sie ein Zerrbild aus, das wenig mit dem Programm der AfD zu tun hat: weichgespült, lächelnd, fröhlich. Tatsächlich stecken hinter dem Wahlkampf Radikale und Extremisten, die einen grundlegenden Umbau des Staats anstreben. Ihr erstes Angriffsziel sind die Medien und der kritische Journalismus.

Wie mächtig und zugleich wie schwach Journalismus sein kann, erlebte Siegmund 2024 am eigenen Leib. Die Rechercheplattform Correctiv berichtete über ein Treffen von AfD-Politikern in Potsdam mit dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner. Siegmund war einer der Teilnehmer, damals noch Fraktionsvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt und den meisten Deutschen unbekannt. Correctiv titelte „Geheimplan gegen Deutschland“ und zeigte die Teilnehmer auf Schwarz-Weiß-Fotos, die aus weiter Entfernung durch Fenster aufgenommen worden waren.

Bei dem Treffen soll Siegmund laut Correctiv um Spenden für den laufenden Wahlkampf geworben haben. Hinter verschlossenen Türen präsentierte er demnach radikale Ideen: Das Straßenbild müsse sich ändern, ausländische Restaurants unter Druck gesetzt werden. Es solle in Sachsen-Anhalt „für dieses Klientel möglichst unattraktiv sein zu leben“. Diese Sätze richten sich nicht gegen ausreisepflichtige Asylbewerber, sondern gegen Gastronomen – Menschen, die in Deutschland arbeiten und Steuern zahlen. Sie stammen von einem Politiker, der bald die Macht haben könnte, sie wahrzumachen.

Seit den Correctiv-Enthüllungen führt Siegmunds Team einen zunehmend aggressiven Kampf gegen die Presse. Kritische Berichterstattung soll eliminiert werden, um eigene Narrative zu setzen: Was Wahrheit und was Lüge ist, was Fakt und was Erfindung. Ein Insider beschreibt Siegmund nach den Enthüllungen als „verzweifelt“. Doch die Strategie scheint aufzugehen: Der freundliche Herr Siegmund ist in Sachsen-Anhalt auf dem besten Weg, die absolute Mehrheit zu holen – mit einem Netzwerk aus Radikalen und Extremisten im Hintergrund.

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