Netflix hat angekündigt, rund sechs Prozent seiner Belegschaft zu streichen. Nach Angaben des Unternehmens verlieren etwa 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Es handelt sich um den bislang größten Stellenabbau in der Geschichte des Streaminganbieters.
Der Schritt fällt in eine Phase, in der Netflix sein Wachstum neu ausrichten muss. Der Konzern steht unter Druck, Kosten zu senken und die Profitabilität zu steigern, nachdem das Nutzerwachstum in wichtigen Märkten an Dynamik verloren hat. Der Stellenabbau betrifft mehrere Unternehmensbereiche, darunter die Produktion und die Verwaltung.
Netflix ist mit mehr als 200 Millionen Abonnenten weltweit der größte Streamingdienst. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen stark expandiert und zahlreiche Eigenproduktionen auf den Weg gebracht. Nun reagiert der Konzern auf veränderte Marktbedingungen und einen intensiveren Wettbewerb durch Anbieter wie Disney+, Amazon Prime Video und Apple TV+.
Die Kürzungen sind auch eine Reaktion auf die gestiegenen Produktionskosten und die Unsicherheit über die künftige Entwicklung des Streamingmarktes. Analysten hatten zuletzt wiederholt darauf hingewiesen, dass die Zeiten des ungebremsten Wachstums für Netflix vorbei sein könnten. Der Konzern muss nun beweisen, dass er auch mit einem schlankeren Personalapparat profitabel arbeiten kann.
Für die betroffenen Beschäftigten bedeutet der Schritt eine erhebliche Zäsur. Netflix hat angekündigt, den Übergang mit Abfindungen und Unterstützungsangeboten zu begleiten. Wie genau diese aussehen, teilte das Unternehmen nicht im Detail mit.
Der Stellenabbau ist der größte in der Unternehmensgeschichte und übertrifft frühere Kürzungen deutlich. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Netflix an verschiedenen Standorten Stellen gestrichen, allerdings in weit geringerem Umfang. Der nun angekündigte Schritt zeigt, wie ernst die Lage im Unternehmen eingeschätzt wird.
Die Nachricht dürfte auch die deutsche Medienbranche betreffen. Netflix produziert zahlreiche Formate in Deutschland und arbeitet mit hiesigen Produktionsfirmen zusammen. Ob und in welchem Umfang deutsche Standorte betroffen sind, ist bislang unklar. Das Unternehmen äußerte sich nicht zu regionalen Schwerpunkten des Abbaus.
Für junge Beschäftigte in der Kreativwirtschaft ist die Entwicklung ein weiteres Warnsignal. Die Branche hatte zuletzt bereits mit Unsicherheiten zu kämpfen. Ob der Stellenabbau bei Netflix eine einmalige Korrektur bleibt oder den Auftakt zu einer längeren Konsolidierungsphase markiert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.