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AMC Theatres gründet eigene Filmverleihfirma Leawood Films

Die Kinokette AMC Theatres startet mit Leawood Films einen eigenen Verleih für kleine und mittelgroße Produktionen. Das Label soll unabhängigen Filmen den Weg auf die Leinwand ebnen und wird von erfahrenen Hollywood-Managern beraten.

Die weltgrößte Kinokette AMC Theatres steigt ins Verleihgeschäft ein. Mit dem neuen Label Leawood Films will das Unternehmen kleine und mittelgroße Produktionen auf die große Leinwand bringen, die bereits vollständig finanziert und fertiggestellt sind. Der Start des Verleihs wurde am 31. August 2026 bekannt gegeben und reagiert auf das wachsende Interesse des Publikums an unabhängigen Filmen.

AMC-Chef Adam Aron begründete den Schritt in einer Pressemitteilung mit der Nachfrage der Kinobesucher: „Letztlich zeigen Kinobesucher immer wieder ihren Appetit auf eine große Vielfalt an Kinofilmen, und wir glauben, dass es mehr herausragende Filme gibt, die die Chance verdienen, ein Publikum auf der großen Leinwand zu finden.“ Durch Leawood Films könne man Filmemachern einen echten Mehrwert bieten, deren Werke sonst vielleicht nie gedreht oder in die Kinos gebracht würden. Aron verspricht den Filmschaffenden verfügbare Leinwände, attraktive wirtschaftliche Bedingungen sowie die Marketing-Erfahrung und Kontakte des Konzerns in der gesamten Kinobranche.

Der Schritt kommt nicht überraschend. Einige der größten Filme des Jahres entstanden mit vergleichsweise geringen Budgets, darunter „Obsession“ und „Backrooms“. Auch der Horrorfilm „Iron Lung“ des YouTube-Stars Markiplier sorgte für enormen Hype und wurde von AMC Theatres zusammen mit anderen großen Kinoketten aufgegriffen – er entwickelte sich zu einem der größten unabhängigen Filmstarts aller Zeiten. Markiplier hatte zudem YouTube die Idee vorgeschlagen, unabhängige Filme auf der Plattform zu vertreiben. AMC ist damit der jüngste große Unterhaltungskonzern, der auf die veränderten Wünsche des Publikums reagiert.

Das neue Label wird von einem Beratergremium aus erfahrenen Hollywood-Managern unterstützt. Dazu gehören der frühere Vorsitzende der Warner Bros. Motion Picture Group, Toby Emmerich, der ehemalige Marketing-Präsident der Walt Disney Studios, Ricky Strauss, sowie der Verleih-Veteran Kyle Davies. Wie Branchenmedien berichten, verlässt Davies dafür seinen Posten als Präsident für Verleih bei Bleecker Street und wird die Verleihabteilung von Leawood Films leiten.

Die Kinokette bezeichnet das Vorhaben als „risikoarme Gelegenheit“ mit dem Potenzial, den nächsten großen Film ins Rampenlicht zu katapultieren. Aron betonte, Leawood Films sei mit einem klaren Ziel gegründet worden: mehr Filme in die Kinos zu bringen. Angesichts der erheblichen Überkapazitäten in der Kinobranche sei jeder zusätzliche Film, der jährlich in die Kinos komme, ein Gewinn – für AMC in den USA, für die europäische Kette Odeon und für andere Kinobetreiber. Der Start des Verleihs fällt in eine Zeit, in der viele unabhängige Produktionen, insbesondere solche von großen Filmfestivals, keinen Verleih finden.

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