Wireva

Frankreichs Schulproteste dauern an: Regierung sucht Ausweg

In Frankreich halten die teils gewaltsamen Proteste an Schulen und Universitäten an. Bildungsminister Édouard Geffray will mit Schüler- und Studierendenvertretern sprechen, während Justizminister Gérald Darmanin Eltern für Schäden haftbar machen will. An über 500 Schulen wird weiter demonstriert, rund 400 Gymnasien bleiben geschlossen.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

In Frankreich halten die seit Tagen andauernden Schulproteste an. Nach teils gewaltsamen Ausschreitungen versucht die Regierung, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Bildungsminister Édouard Geffray kündigte an, mit Vertretern von Gymnasiasten und Studierenden zusammenzukommen, um über deren Forderungen zu sprechen. Justizminister Gérald Darmanin drohte unterdessen, Eltern für Schäden haftbar zu machen, die ihre Kinder bei den Demonstrationen verursacht haben.

An mehr als 500 Schulen gingen die Proteste Berichten zufolge weiter. Dabei kam es am Rande erneut zu Gewalt. Im ostfranzösischen Belfort wurde ein Polizist nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez brutal angegriffen. Die Ermittlungen laufen wegen versuchter Tötung. Nach Angaben von Bildungsminister Geffray sollten rund 400 Gymnasien geschlossen bleiben und stattdessen Fernunterricht anbieten. Im Umfeld der geschlossenen Schulen wurden Medienberichten zufolge Demonstrationen verboten.

Die Proteste hatten ursprünglich an Gymnasien im Großraum Paris begonnen und sich, auch über soziale Medien, auf das ganze Land ausgebreitet. Mittlerweile wird auch an Universitäten demonstriert. Die Forderungen der Schülerinnen und Schüler sind vielfältig: Sie reichen von Handys an Schulen über zu wenig Zeit fürs Mittagessen bis hin zu zu voll gepackten Schultagen. Immer wieder aber geht es um ein zentrales Thema: fehlendes Geld für Bildung. Die Schüler beklagen heruntergestürzte Decken, undichte Dächer, kaputte Toiletten und zu wenig Lehrkräfte.

In ärmeren Gegenden kommt ein Gefühl der Ungerechtigkeit hinzu. Viele Schüler fühlen sich abgehängt und fürchten, dass die Unterfinanzierung der öffentlichen Schulen ihre Chancen auf einen Studienplatz an einer guten Universität und damit auf einen gut bezahlten Job weiter schmälert. Ein Beobachter brachte es auf den Punkt: «Die Schule wird in Frankreich nicht mehr als Instrument der Chancengleichheit empfunden.»

Die Lage ist angespannt. Dem Innenministerium zufolge schlagen die Proteste in «städtische Unruhe» um. Einsatzkräfte würden angegriffen, Brände gelegt und Zerstörung angerichtet. Tausende Menschen wurden festgenommen. Auf beiden Seiten kam es zu Gewalt: Ein 14-Jähriger wurde durch eine Rauchgasgranate schwer im Gesicht verletzt, andernorts ein Polizist zu Boden geworfen und getreten.

Die Regierung steht unter Druck, eine Lösung zu finden. Bildungsminister Geffray setzt auf Dialog mit den Protestierenden, während Justizminister Darmanin mit der Haftung der Eltern ein schärferes Vorgehen signalisiert. Ob diese Doppelstrategie die Proteste beenden kann, ist offen. Die Schülerinnen und Schüler fordern konkrete Verbesserungen an den Schulen – mehr Geld, bessere Gebäude und ausreichend Personal. Solange diese Forderungen nicht erfüllt werden, dürften die Demonstrationen weitergehen.

Same event, other desks

Story file →