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Warum Patty aus «School of Rock» aus heutiger Sicht recht hatte

Ein Reddit-Beitrag sorgt für Diskussionen: Patty aus «School of Rock» galt vielen als Spaßbremse – doch mit etwas Abstand betrachtet, handelt sie nachvollziehbar. Der Film von 2003 liest sich heute anders.

Patty Di Marco, die strenge Freundin von Ned Schneebly in der Komödie «School of Rock» von 2003, hat ein Imageproblem. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer, die den Film als Kinder gesehen haben, erinnern sich an sie als kontrollsüchtige Spaßbremse, die dem charismatischen Dewey Finn das Leben schwer macht. Ein Beitrag in der Reddit-Community r/movies sorgt nun für eine Neubewertung: Aus Erwachsenensicht sei Pattys Verhalten zu hundert Prozent gerechtfertigt.

Der Kern der Argumentation: Patty lebt mit ihrem Freund Ned zusammen, und in der gemeinsamen Wohnung wohnt auch dessen angeblicher bester Freund Dewey – ohne Miete zu zahlen, ohne sich an der Hausarbeit zu beteiligen und ohne sich wie ein verantwortungsvoller Erwachsener zu verhalten. Wer selbst schon einmal mit einem Mitbewohner zu tun hatte, der sich auf diese Weise durchschlägt, könne Pattys Frust nachvollziehen. Der Beitrag beschreibt sie weniger als Bösewicht denn als jemanden, der die Konsequenzen von Deweys Chaos ausbaden muss.

Der schwerwiegendste Vorwurf betrifft jedoch nicht den Haushalt, sondern Deweys Identitätsdiebstahl. Um an einer Privatschule als Aushilfslehrer zu arbeiten, gibt er sich als Ned aus. Für den echten Ned, der im sozialen Bereich tätig ist, hätte das ernste berufliche Folgen haben können. Der Reddit-Nutzer wundert sich, dass Ned selbst nicht feindseliger auf diesen Betrug reagiert – und wirkt damit fast wie jemand ohne Selbstrespekt. Zwar sei Ned als unterstützender Freund angelegt, doch seine Nachsicht gehe so weit, dass er Dinge durchgehen lässt, die sein eigenes Leben ruinieren könnten.

Genau an diesem Punkt kippt die Sympathie. Patty erscheint nicht mehr als die Frau, die dem Rocktraum im Weg steht, sondern als die einzige Figur, die die Realität im Blick behält. Sie erträgt Deweys Verhalten lange – Neds zuliebe –, bis sie an ihre Grenze stößt. In ihrer letzten Szene sagt sie Ned deutlich, was sie von ihm hält, und der Beitrag räumt ein, dass diese Worte grausam waren. Zugleich betont er, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits sehr viel ausgehalten habe.

Die Diskussion berührt eine Frage, die weit über den Film hinausgeht: Wie sehr verzeihen wir Charisma, wenn es auf Kosten anderer geht? «School of Rock» lebt von Jack Blacks überdrehter Spielfreude als Dewey Finn, und die Geschichte feiert ihn dafür, dass er Kindern Selbstvertrauen und Freude an der Musik vermittelt. Die Perspektive der Figur Patty macht sichtbar, was dieser Erzählung sonst entgeht: die Rechnungen, die jemand anderes bezahlt. Der Film ist über zwanzig Jahre alt, doch die Debatte zeigt, wie sehr sich der Blick auf solche Nebenfiguren verändert hat.

Der Beitrag ist kein Aufruf, «School of Rock» neu zu bewerten, sondern eine Beobachtung aus dem Alltag vieler junger Erwachsener. Wer inzwischen selbst Miete zahlt, kennt die Dynamik von Mitbewohnern, die sich nicht kümmern, und von Partnern, die Konflikte lieber aussitzen. Patty wird damit zu einer Figur, die man nicht mehr belächelt, sondern versteht – auch wenn ihre letzte Szene weiterhin wehtut.

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