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New York Fashion Week: Steven Kolb gerät mit PETA-Aktivisten aneinander

Die ersten Tage der New York Fashion Week für den Frühling 2027 sind geprägt von einem Eklat um CFDA-Präsident Steven Kolb und PETA-Aktivisten, einem neuen lässigen Streetstyle und zahlreichen Designer-Debüts.

Die New York Fashion Week für den Frühling 2027 ist am Montag in ihren fünften offiziellen Tag gegangen. Bereits in den ersten vier Tagen ist eine Menge passiert: CFDA-Präsident Steven Kolb ist bei der COS-Show für den Herbst 2026 handgreiflich mit PETA-Aktivisten geworden. Der Vorfall sorgt für Schlagzeilen und überschattet die eigentlich im Mittelpunkt stehenden Kollektionen.

Neben diesem Eklat hat sich das Streetstyle-Publikum in New York in diesem September deutlich legerer gekleidet als in den vergangenen Saisons. Die Entscheidung für einen entspannten Look könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Besucherinnen und Besucher der Shows nach den pandemiebedingten Unsicherheiten und den darauffolgenden opulenten Jahren nun wieder mehr Wert auf Alltagstauglichkeit legen. Auch die Designerinnen und Designer scheinen diesen Impuls aufzugreifen: Viele Kollektionen setzen auf praktische, tragbare Entwürfe statt auf reine Show-Effekte.

Ein weiteres prägendes Element der bisherigen Fashion Week sind die zahlreichen Debüts. So hat Patricio Campillo eine Jacke vorgestellt, die aus Bakterien hergestellt wurde – ein ungewöhnlicher Materialansatz, der Nachhaltigkeit und Biotechnologie verbindet. Grace Ling hat in ihrer Kollektion für den Frühling 2027 das Thema «Oddities» erforscht. Jamie Haller feierte ihr Debüt bei der New York Fashion Week, ebenso wie Amari Carter, die ihre Gäste zu einem «Sunday Service» für ihre erste Präsentation einlud. Henry Zankov wiederum gab sein Debüt für Diane von Furstenberg und richtete sich mit der Kollektion an eine neue Generation.

Auch etablierte Namen sorgten für Aufsehen. Sandy Liang setzte auf eine Mischung aus Kostbarkeit und Alltagstauglichkeit. Dauphinette fand in ihrer Show Schönheit im Zurückkehren zu sich selbst. Prabal Gurung befreite Frauen von den Zwängen der Korsettierung. Bei Tibi war der Geist von Dolly Parton präsent. Altuzarra sprach von einem «Vibe Shift» und spielte mit Geschlechtercodes. Simkhai kombinierte Primärfarben mit «Jelly»-beschichtetem Denim und aufwendigen Spitzenkleidern. Kim Shui hielt eine von Pfauen inspirierte Show in einer Gasse ab – ein typisch unkonventioneller Einfall der Designerin.

Christian Cowan ließ sich von einem unheimlichen Marilyn-Monroe-Zitat leiten. Jane Wade blieb ihrem Stil treu und zeigte sich weiterhin «draußen». Aknvas griff ein weiteres Märchen von Hans Christian Andersen auf. Tory Burch bot mit ihrer Kollektion für den Frühling 2027 eine fröhliche, farbenfrohe Flucht aus der modernen Dystopie. Wiederhoeft entwarf das Bild einer wunderschön gekleideten Apokalypse. Kate Barton setzte für den Frühling 2027 auf Optimismus in Form von Tanktops mit Hundemotiven. Kallmeyer bleibt seinem sehr schicken Kundinnenkreis treu, während Christian Siriano ein sexy Märchen erzählte. Rachel Scott fühlt sich bei Proenza Schouler zunehmend wohler, was man ihrer Arbeit ansieht. Rachel Comey feierte in ihrer Show eine weibliche Pro-Wrestlerin und Schokolade in der Handtasche. Bei Rachel Antonoff und Susan Alexandra kamen sogar Haustier-Eltern im schicken Look vorbei. Coach warf für den Frühling 2027 eine Geburtstagsparty.

Neben den Laufstegmomenten gab es auch abseits der Shows einiges zu entdecken. Acht Streetstyle-«It»-Items wurden identifiziert, die bei der New York Fashion Week zu erwarten sind. Harlem’s Fashion Row feierte ein neues Printmagazin und das Covermodel Tracee Ellis Ross. Zudem stellte sich die Frage, ob die Zukunft der Fashion Weeks im Bereich «Sweat» liegt – also in sportlicher Freizeitkleidung. Und nicht zuletzt wurden die Designerinnen und Designer vorgestellt, die in dieser Saison ihr Debüt in New York feiern.

Die New York Fashion Week für den Frühling 2027 läuft noch bis zum Ende der Woche. Weitere Shows und Präsentationen werden in den kommenden Tagen erwartet. Die bisherigen Ereignisse zeigen, dass die Modewoche nicht nur ein Schaufenster für neue Kollektionen ist, sondern auch ein Ort, an dem gesellschaftliche Debatten, Aktivismus und kulturelle Trends sichtbar werden.

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