Chandler Riggs, bekannt als Carl aus «The Walking Dead», hat einen eigenen Fanfilm zum Horror-Klassiker «Resident Evil 7: Biohazard» gedreht. Der Kurzfilm mit dem Titel «Hit My Line» adaptiert den ikonischen Garagenkampf zwischen Ethan Winters und Jack Baker und erscheint am 14. Oktober im Internet. Riggs übernimmt selbst die Rolle des Ethan Winters, an seiner Seite spielen Jason Douglas als Jack Baker, Mary Rachel Quinn, Eugenie Bonderant, Johnathan O’Niel und Sam Coyles.
Der Schauspieler erklärte, dass er den Film nicht für Ruhm oder Anerkennung gemacht habe, sondern aus reiner Liebe zum Spiel. «Ich wollte diesen Moment einfach auf den Bildschirm bringen», sagte er. Die Produktion fiel zeitlich mit der Ankündigung von Zach Creggers großer «Resident-Evil»-Verfilmung zusammen, die im September in den Kinos lief und zum finanziell erfolgreichsten Film der gesamten Franchise wurde. Riggs gab zu, dass er und sein Team unter Zeitdruck gerieten, als sie von Creggers Projekt erfuhren: «Wir waren in der Vorproduktion, als der Artikel über Zack Creggers Film herauskam. Ich dachte nur: Oh Mann, wir müssen unseren zuerst rausbringen.» Ursprünglich wollten sie bereits einen Monat früher fertig sein, doch die Umstände ließen das nicht zu.
Trotz des zeitlichen Wettlaufs zeigt sich Riggs als großer Fan von Creggers Arbeit. «Ich habe mich so lange auf seinen Film gefreut», betonte er. «Einer der Hauptgründe, warum ich meinen eigenen Film gemacht habe, war, dass ich unbedingt eine gute, spielgetreue Live-Action-Adaption von Resident Evil sehen wollte. Ich kann den neuen Film kaum erwarten.» Creggers Werk wurde von der Kritik gefeiert, spaltete jedoch die Hardcore-Fangemeinde, die sich eine 1:1-Umsetzung der Spiele wünschte. Der Regisseur lehnte das bewusst ab, da die Spiele ihre Geschichten bereits perfekt erzählten.
Riggs kennt die Erwartungen der Fans nur zu gut. In seinem Film zeigt er das Gesicht von Ethan Winters, der in den Spielen berühmt dafür ist, nie sein Gesicht zu zeigen. «Es ist unmöglich, es allen recht zu machen», räumte er ein. «Es wird immer jemanden geben, der unzufrieden ist. Aber ich denke, es ist eine großartige Möglichkeit, mehr Menschen für die Serie zu begeistern und eine Geschichte zu erzählen, die man erzählen möchte.» Die Entscheidung, Ethans Gesicht zu zeigen, sei eine der schwierigsten gewesen. «Es war absolut einschüchternd. Wir versuchen, so viel wie möglich spielgetreu umzusetzen, aber das ist ein großer Aspekt, bei dem wir davon abweichen. Aber es gibt keinen anderen guten Weg, die Geschichte im Live-Action-Format zu erzählen.» Er habe hin und her überlegt, ob man die Perspektive durchgehend in der ersten Person halten oder das Gesicht vermeiden könnte, doch am Ende habe die Notwendigkeit gesiegt, ein breiteres Publikum anzusprechen.
Riggs träumt davon, eines Tages einen Spielfilm zu «Resident Evil 7» zu machen. Noch lieber würde er mit Zach Cregger an einem weiteren Film im Resident-Evil-Universum arbeiten. «Ein großer Grund, warum ich das überhaupt mache, ist, dass ich es liebe, am Set zu sein und mit coolen Leuten zusammenzuarbeiten», sagte er. «Und wenn ich nicht am Set stehen kann, um mehr Filme oder Serien zu drehen, dann mache ich es eben selbst. Ich ziehe das durch.» Sollte Cregger im Franchise weitermachen wollen, sei er sofort dabei: «Mein Telefon ist offen. Hit my line!»
Ob es tatsächlich zu einer Zusammenarbeit kommt, ist ungewiss. Cregger hat öffentlich erklärt, nie wieder einen Franchise-Film drehen zu wollen, nachdem er von einem lautstarken Teil der Resident-Evil-Fangemeinde heftig kritisiert wurde. Allerdings hat er bereits Ideen für eine Fortsetzung, sodass die Zukunft der Filmadaptionen offen bleibt. Riggs’ Fanfilm «Hit My Line» erscheint am 14. Oktober und dürfte für Diskussionen unter Fans sorgen – nicht zuletzt wegen der mutigen Entscheidung, Ethan Winters’ Gesicht zu zeigen.