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Disney+ erlaubt Werbung in allen Abos

Disney+ hat seine Nutzungsbedingungen aktualisiert und erlaubt nun Werbung sowie Sponsoring in allen Abonnement-Stufen, einschließlich des teureren Premium-Tarifs. Nur der Junior-Modus bleibt werbefrei.

Disney+ hat seine Nutzungsbedingungen überarbeitet und erlaubt künftig Werbung in allen Abonnement-Stufen. Das geht aus einer E-Mail hervor, die der Streamingdienst in der vergangenen Woche an Abonnenten verschickt hat. Darin heißt es, man habe «klargestellt, dass alle Servicepläne» Werbe- und Sponsoring-Inhalte vor und nach der Wiedergabe von Filmen und Serien enthalten können. Die Änderung betrifft damit auch den bislang teuersten Tarif, der eigentlich mit «keine Werbung» beworben wird.

Konkret nennt das Unternehmen drei Kategorien, die in allen Plänen möglich sein sollen: Werbeaktionen, Sponsoring und klassische Werbung. Diese dürfen vor und nach dem Abspielen von Inhalten erscheinen, außerdem in Kanälen, bei Live- und Near-Live-Übertragungen, bei Special Events sowie bei Inhalten von Drittanbietern. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Disney+ nun mitten in Filmen und Serien Werbeunterbrechungen einbaut. Die neuen Formulierungen lockern jedoch die bisherigen Beschränkungen für werbefreie Tarife deutlich.

Bislang war das Disney+-Angebot in zwei eigenständige Optionen aufgeteilt. Der Basic-Tarif kostet 11,99 US-Dollar pro Monat und erlaubt schon bisher keine werbefreie Nutzung. Der Premium-Tarif liegt bei 18,99 US-Dollar monatlich oder 189,99 US-Dollar jährlich und verspricht weiterhin «keine Werbung». Nach der aktualisierten Formulierung könnten jedoch auch in diesem Tarif Anzeigen vor und nach der Wiedergabe auftauchen, nur nicht währenddessen. Die Änderung läutet damit faktisch das Ende des komplett werbefreien Seherlebnisses auf der Plattform ein.

Eine Ausnahme bleibt der Junior-Modus. Profile, bei denen die kinderfreundliche Oberfläche aktiviert ist, sollen weiterhin keine Werbung und keine Werbeaktionen erhalten. Wie sich die Änderungen konkret auf die Häufigkeit von Anzeigen pro Tarif auswirken, ist derzeit unklar. Disney+ hatte zuletzt im Oktober 2025 seine Preise erhöht. Die neuen Bedingungen treten im Rahmen der aktualisierten Abonnentenvereinbarung in Kraft, über die der Konzern seine Nutzer per E-Mail informiert hat.

Für Abonnenten bedeutet die Anpassung vor allem eines: Selbst wer den teureren Premium-Tarif zahlt, kann künftig vor und nach dem Streamen mit Werbung oder Sponsoring konfrontiert werden. Ob und in welchem Umfang Disney+ tatsächlich Gebrauch von der neuen Möglichkeit macht, bleibt abzuwarten. Das Unternehmen hat sich bislang nicht dazu geäußert, wie viele zusätzliche Werbeplätze pro Nutzer und Tarif geplant sind. Klar ist nur, dass die rechtliche Grundlage für Werbung in allen Stufen nun geschaffen ist.

Die Änderung reiht sich in einen breiteren Trend im Streaming-Markt ein. Plattformen suchen nach Wegen, ihre Erlöse zu steigern, während die Abo-Preise in den vergangenen Jahren mehrfach angehoben wurden. Werbefinanzierte oder teilweise werbefinanzierte Modelle gelten dabei als zentraler Hebel, um Kosten aufzufangen und neue Kundengruppen zu erreichen. Disney+ folgt damit einem Muster, das auch andere Dienste bereits eingeführt haben. Für junge Nutzerinnen und Nutzer, die Streamingdienste intensiv nutzen, könnte das bedeuten, dass die werbefreie Zone weiter schrumpft.

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