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Rockstar erklärt, warum GTA 6 auf reale Politik verzichtet

Rockstar will in GTA 6 keine konkreten realen Personen, Ereignisse oder Bewegungen satirisch verarbeiten. Stattdessen setzt das Studio auf eigene Figuren und eine fiktive Florida-Welt namens Leonida.

Rockstar Games wird in GTA 6 keine direkte politische Satire über reale Personen, Ereignisse oder Bewegungen betreiben. Das hat Rupert Humphries, Senior Vice President of Narrative bei Rockstar, in einem Interview mit dem Love Magazine erklärt. Der Grund liegt in der langen Entwicklungszeit moderner Open-World-Spiele: Würde das Studio eine Figur nach einem realen Vorbild gestalten, könnte diese Vorlage bis zum Release längst durch neue Entwicklungen überholt sein.

«Wenn man sich frühere GTA-Teile ansieht, lag der Fokus nie wirklich auf nationaler Politik», sagte Humphries. Die Ereignisse um Homeland Security und den Patriot Act seien zwar zentral für GTA 4 gewesen, doch das habe vor allem daran gelegen, dass das New York nach dem 11. September 2001 ein echter Brennpunkt dieser Themen war. Für GTA 6 will Rockstar diesen Ansatz nicht wiederholen. Man wolle Spiele machen, die sich sehr spezifisch für den Moment ihres Erscheinens anfühlen, aber nicht die exakte Welt abbilden, in der wir leben. Deshalb vermeide man zu konkrete Bezüge zu einzelnen Personen, Ereignissen oder Bewegungen.

Stattdessen konzentriert sich das Studio auf die Atmosphäre Floridas. Humphries beschreibt, wie das Team auf Recherchereisen zahlreiche schräge Charaktere kennengelernt hat — von exzentrischen Einheimischen über Polizisten bis hin zu Gangmitgliedern. Diese Eindrücke fließen in die fiktive Spielwelt Leonida ein, eine überzeichnete Version des US-Bundesstaats. «Wir haben wirklich versucht, unsere Welt auszubauen — sie mit all den Charakteren und Kulturkämpfen zu füllen, die nötig sind, damit sie lebendig wirkt», so Humphries.

Politische Themen werden in GTA 6 dennoch präsent sein, allerdings indirekt. Die Entwickler nutzen dafür zahlreiche Kanäle innerhalb der Spielwelt: Wahlplakate, Robocalls von Wahlkampagnen, Radiowerbung und politische Talkshows im Radio. Auf diese Weise können die Themen angesprochen werden, ohne dass Spielerinnen und Spieler realen Figuren direkt gegenübertreten. Der Fokus liegt auf Satire, die die Wirklichkeit überhöht und vergrößert, statt sie eins zu eins zu spiegeln. Rockstar scheut sich also nicht vor kontemporären Themen, will sie aber durch eigene Figuren und Szenarien erzählen — nicht durch ein «Erinnert ihr euch?»-Spiegelbild der realen Welt.

GTA 6 wird von zwei Protagonisten getragen: Jason und Lucia, die gemeinsam auf einen Verbrecherstreifzug durch Leonida gehen. Das Spiel erscheint am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series. Die Erwartungen sind enorm: Analysten rechnen damit, dass GTA 6 bis zum Ende der Launch-Woche Umsätze von bis zu 5,2 Milliarden US-Dollar erzielen könnte. Der Vorgänger GTA 5 hat sich derweil über 200 Millionen Mal über Konsolen und PC hinweg verkauft und bricht weiterhin Rekorde.

Um den Start zu feiern, wird das NBA-Team Miami Heat in einem kommenden Spiel Trikots im GTA-6-Design tragen. Die Verbindung zwischen dem realen Florida und der fiktiven Spielwelt ist also durchaus gewollt — nur eben nicht auf der Ebene tagesaktueller Politik. Rockstar bleibt damit seiner Linie treu, aktuelle Themen aufzugreifen, ohne sie an konkrete reale Ereignisse oder Personen zu binden.

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