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Microsoft-Chef Nadella lobt Xbox-Umbau trotz tausender Stellenstreichungen

Satya Nadella zeigt sich zufrieden mit der Neuausrichtung der Xbox-Sparte, während Microsoft weitere 1.600 Stellen streicht und Studios wie Double Fine und Ninja Theory abgibt. Die Marke Halo wechselt zu den Activision-Teams.

Microsoft-CEO Satya Nadella hat die laufende Neuausrichtung der Xbox-Sparte als «großartig» bezeichnet – und das, obwohl der Konzern in diesem Jahr Tausende Stellen im Gaming-Bereich streicht. In einem Interview im Sources Podcast mit Alex Heath sagte Nadella, er fühle sich «fantastisch» mit Blick auf die Marken im Portfolio von Xbox und die «Fähigkeit, daraus künftig großartige Spiele zu machen».

Die jüngsten Einschnitte betreffen laut Microsoft 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Juli entlassen wurden. Weitere 1.600 Stellen sollen noch vor Ende des Geschäftsjahres folgen. Nadella kommentierte die laufenden Kürzungen mit den Worten: «Es gibt eine gewisse Straffung, die das Team und Xbox-Chefin Asha Sharma vornehmen, und das ist großartig zu sehen.»

Zugleich betonte der Microsoft-Chef, man müsse «das richtige nachhaltige Geschäftsmodell erfinden, das es uns erlaubt, Gaming immer mehr Menschen zugänglich zu machen». Das Ziel sei es, ein großartiger Publisher und eine großartige Plattform für Spiele auf PCs und Xbox-Konsolen zu sein. Sharma und ihr Team hätten angekündigt, dass Xbox im nächsten Geschäftsjahr wieder wachsen solle, und dieser Plan werde nun umgesetzt.

Die optimistischen Töne dürften bei vielen Beschäftigten und Fans jedoch auf Unverständnis stoßen. Denn die Umstrukturierung verändert nicht nur die Zahl der Arbeitsplätze, sondern auch die Struktur der Marke Xbox grundlegend. So gab Microsoft bekannt, dass die Halo-Reihe von den Halo Studios zu den Activision-Teams wechselt. Auch das Fallout: New Vegas-Team bei Obsidian Entertainment wird künftig unter Bethesda geführt.

Erst vor wenigen Tagen hatte Undead Labs, das Studio hinter der State of Decay-Reihe, seine Unabhängigkeit bestätigt. Studioleiter Philip Holt erklärte, das dritte Spiel der Zombie-Serie befinde sich trotz einer «erheblichen» Entlassungswelle weiterhin in aktiver Entwicklung. Zudem trennte sich Microsoft von Entwicklerstudios wie Double Fine und Ninja Theory und ordnete beliebte Studios wie id Software neu.

Die vollständige Tragweite der sogenannten «Reset»-Initiative wird erst in einigen Monaten sichtbar sein. Klar ist bereits jetzt, dass der Umbau tief in die gewachsene Struktur der Xbox-Sparte eingreift. Nadella hatte zuvor auch über das Monetarisierungsmodell von Xbox im Vergleich zu YouTube gesprochen sowie über die Marke, nachdem der frühere Xbox-Chef Phil Spencer das Unternehmen verlassen hatte.

Für junge Gamerinnen und Gamer bedeutet die Neuausrichtung vor allem Unsicherheit: Während Microsoft von Wachstum und großartigen Spielen spricht, verschwinden bekannte Studios und Marken aus ihrer bisherigen Heimat. Ob die angekündigte Rückkehr zu Wachstum tatsächlich gelingt, werden die kommenden Monate zeigen – und damit auch, ob Nadellas Zuversicht mehr ist als eine Momentaufnahme.

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