Blizzard hat auf der BlizzCon 2026 überraschend ein neues StarCraft offiziell angekündigt. Die Reihe, die einst als Echtzeitstrategie-Serie begann, wechselt dabei das Genre: Das neue StarCraft wird als Open-World-Shooter beschrieben, der aus der Third-Person-Perspektive gespielt wird und den Fokus auf Einzelspieler- sowie Koop-Erfahrungen legt. Ein erster cineastischer Trailer setzt die Richtung für das, was noch kommen soll.
Bis zum Release müssen sich Fans allerdings gedulden. Blizzard peilt einen Start im Jahr 2030 an. Warum das Spiel so früh gezeigt wurde, erklärte General Manager Dan Hay: Man habe genug Fortschritt gemacht, um das Projekt offiziell vorzustellen und Feedback einzusammeln. «Es gibt einen Moment, in dem man an einem Spiel arbeitet und sich fragt: Haben wir die Emotion getroffen? Haben wir genug Energie, Identität und Gefühl, um es zu teilen?», sagte Hay. Vor etwa einem Jahr habe man das Gefühl gehabt, so weit zu sein.
Offizielle Plattformen wurden noch nicht genannt. Ein PC-Release gilt als wahrscheinlich. Da der Start erst 2030 erwartet wird, könnte StarCraft zudem für die dann aktuelle Konsolengeneration erscheinen – also für Sonys PlayStation 6 und Microsofts Xbox-Nachfolger Project Helix. Konkrete Ankündigungen dazu stehen aber noch aus.
Spielerisch bedeutet das neue StarCraft einen deutlichen Bruch mit den Wurzeln der Serie. Statt Basenbau und Ressourcenmanagement schlüpfen die Spieler in die Rüstung eines Marines der Dominion-Streitkräfte. Hay betonte, dass sich der Kampf kraftvoll anfühlen müsse: «Du steckst in dieser Rüstung, du bist ein lebender Panzer. Du musst dich mächtig fühlen.» Die Gauss-Rifle solle Gewicht haben, und die Zerg müssten wie eine echte Bedrohung wirken. Ziel sei es, den Spielern ein Gefühl der Entdeckung zu vermitteln, aber auch das Bewusstsein, dass ihr Handeln die Welt um sie herum verändert.
Ob StarCraft ein Live-Service-Spiel wird, beantwortete Hay indirekt mit einem Jein. Im Mittelpunkt stehe ein Einzelspieler-Open-World-Abenteuer, dessen Geschichte ein definitives Ende haben soll. Blizzard wolle, dass sich das Spiel wie ein «Boxed Product» anfühlt, zu dem Spieler jederzeit zurückkehren können. «Wir mögen benannte Charaktere», sagte Hay. Eine Figur mit Namen und Wiedererkennungswert gebe der Geschichte mehr Leben.
Zur Handlung hält sich Blizzard bedeckt. Der cineastische Trailer deutet an, dass neue Dominion-Rekruten in einen brutalen Kampf gegen die Zerg geworfen werden. Auch die Protoss sollen auftauchen. Hay bestätigte, dass StarCraft 70 Jahre nach den Ereignissen von StarCraft 2: Legacy of the Void spielt. Dieser Zeitsprung eröffnet Raum für neue Geschichten und Figuren. Zwar haben die Protoss Aiur zurückerobert, das Dominion unter Valerian Mengsk wurde reformiert und Zagara will die Zerg in eine Ära des Friedens führen – doch im StarCraft-Universum ist nichts jemals sicher. Was in den vergangenen Jahrzehnten geschah, dürfte eine zentrale Rolle spielen.
Mit der Ankündigung setzt Blizzard ein deutliches Zeichen für eine der bekanntesten Marken des Studios. Ob der Genrewechsel bei den Fans ankommt, wird sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen – der Release liegt noch in weiter Ferne.