Die Crossover-Reihe Universes Beyond hat bei Dungeons & Dragons und Magic: The Gathering für Aufsehen gesorgt, weil sie bekannte Marken wie Final Fantasy oder Doctor Who ins Spiel bringt. In der Fangemeinde wuchs jedoch die Sorge, dass diese externen Lizenzen die klassischen D&D-Regelbücher und Kampagnen verdrängen könnten. Nun hat sich der Leiter von Dungeons & Dragons, Dan Ayoub, auf der Messe Gen Con zu Wort gemeldet und klargestellt: Die klassische Seite des Franchise habe weiterhin oberste Priorität.
„Ein großer Teil des Ziels war es, neue Zielgruppen zu erreichen“, sagte Ayoub im Gespräch mit GameSpot. Es gebe zwar durchaus Fans, die gerne in Welten wie Azeroth aus World of Warcraft spielen wollten, doch sein persönliches Anliegen sei es, Menschen den Einstieg in Rollenspiele zu erleichtern. „Rollenspiele waren ein großer Teil meines Lebens. Wie erleichtert man diesen Einstieg? Es hilft, wenn Leute sagen: ‚Ich kenne Azeroth‘ oder ‚Ich kenne Star Wars‘ – das macht den Zugang einfacher.“
Ayoub betonte, dass die Crossover bewusst so gestaltet seien, dass sie neue Spieler anziehen, ohne den bisherigen Fans etwas wegzunehmen. Wer keine Lust auf Doctor Who oder Warhammer 40.000 in Magic: The Gathering habe, müsse diese Inhalte nicht kaufen, um im Spiel mithalten zu können. „Der größte Unterschied zum Magic-Beispiel ist: Man braucht es nicht. Man muss es nicht spielen“, erklärte er. Er sehe Universes Beyond als eine eigene Produktlinie neben Klassikern wie den Vergessenen Reichen und dem Kernregelwerk von D&D.
„Wir können nicht jede Veröffentlichung für alle machen. Das ist unmöglich. 52 Jahre Fangemeinde bedeuten zu viele verschiedene Arten von Fans“, so Ayoub weiter. „Aber jeder sollte eine Veröffentlichung in unserem Kalender finden, die für ihn gedacht ist.“ Wer mit einem bestimmten Universum nichts anfangen könne, werde nicht gezwungen, es zu nutzen. Die Inhalte seien vollständig optional und erschienen nicht etwa in den Decks anderer Spieler. „Das ist komplett zusätzlich. Das wird nichts von dem schmälern, was wir auf der D&D-Seite machen.“
Auch Laura Hohman, Produktarchitektin bei D&D, unterstrich den ergänzenden Charakter der Reihe. Universes Beyond sei zusätzlich zum bestehenden Fahrplan und sogar zum Team behandelt worden. „Wir haben zusätzliches Personal eingestellt, um diese Projekte zu unterstützen. Es wurden also keine Ressourcen abgezogen“, sagte Hohman. Sie verwies darauf, dass D&D weiterhin in die Erweiterung des Angebots investiere.
Die nächsten großen Veröffentlichungen der Reihe stehen bereits fest: Star Trek bringt Raumschiffe, Charaktere und Geschichten aus dem gesamten Franchise ins Spiel und erscheint im November. Ebenfalls am 17. November startet die Dungeons-&-Dragons-Version von World of Warcraft. Dieses Set gilt als besonders umfangreich: Alle 13 WoW-Klassen sind spielbar, dazu kommen sechs zusätzliche Unterklassen, drei abgewandelte Varianten und über 40 Klassen-Spezialisierungen zur Auswahl.