Russische Militärflugzeuge sind nach Angaben der südkoreanischen Regierung in die Luftverteidigungszone des Landes eingedrungen. Als Reaktion habe die Luftwaffe Kampfjets losgeschickt, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit. Der südkoreanische Luftraum selbst sei nicht verletzt worden. Die Luftverteidigungszone eines Landes ist größer als sein Hoheitsgebiet und bezeichnet den Bereich, in dem durchquerende Flugzeuge aus Gründen der militärischen Sicherheit überwacht werden.
Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, der immer wieder Auswirkungen auf die Sicherheitslage in anderen Regionen hat. Parallel dazu mehren sich diplomatische Bemühungen, den Konflikt zu beenden. Der Außenbeauftragte des Vatikans, Erzbischof Paul Richard Gallagher, hat bei einem Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow in Moskau ein Ende des Krieges gefordert. „Es muss klar sein: Dieser Krieg muss enden“, sagte Gallagher. Er beklagte die jüngste Ausweitung der Gewalt sowie die steigende Zahl getöteter Zivilisten. Der Heilige Stuhl verfolge die Lage mit tiefer Besorgnis und bestehe auf die Einhaltung des Völkerrechts.
Gallagher betonte, der Konflikt sei militärisch nicht zu lösen, sondern nur auf politisch-diplomatischem Weg. Er forderte die Aufnahme „echter Verhandlungen“ mit internationaler Unterstützung und erklärte, Papst Leo XIV. und der Vatikan seien bereit, ihre Dienste zur Verfügung zu stellen. Lawrow zeigte sich gesprächsbereit: Moskau sei bereit, politische Konsultationen auf Ebene der Vizeaußenminister wieder aufzunehmen. Die Position des Vatikans zum Ukraine-Konflikt lobte er als ausgewogen. Gallagher, der oft als Außenminister des Vatikans bezeichnet wird, hatte Russland zuletzt im Herbst 2021 besucht.
Unterdessen meldet Russland neue Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau wurden ein Frachtschiff und ein Tanker angegriffen. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen. Zudem hat Russland einen ukrainischen Grenzübergang zu Moldau angegriffen und schwer beschädigt. Der Auto-Kontrollpunkt Vynohradivka wurde offenbar mit Shahed-Drohnen getroffen, berichtete der ukrainische Grenzschutz. Der Grenzverkehr ist an dieser Stelle gesperrt, Moldau wurde informiert. Bereits in der vergangenen Woche war ein anderer Grenzübergang zwischen der Ukraine und Moldau getroffen worden.
In der südrussischen Region Krasnodar ist nach einem Drohnenangriff eine Ölraffinerie in Brand geraten. Durch herabfallende Trümmerteile seien in der Umgebung zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden, teilte Regionalgouverneur Wenjamin Kondratjew mit. Die Raffinerie zählt zu den größten Erdölverarbeitungsanlagen Südrusslands und verarbeitet jährlich rund 6,25 Millionen Tonnen Rohöl, etwa zwei Prozent der russischen Raffinerieproduktion. Bereits in der Vergangenheit hatte die Ukraine die Anlage attackiert.
Die westlichen Unterstützer der Ukraine zeigen sich von den anhaltenden Drohungen Russlands unbeeindruckt. Die Ukraine müsse „in ihrem Kampf zur Verteidigung ihrer Souveränität, Freiheit und territorialen Unversehrtheit“ weiter unterstützt werden, teilten Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Andy Burnham nach einer Videoschalte der sogenannten „Koalition der Willigen“ mit. Man sei entschlossen, die militärische Unterstützung zu erhöhen, besonders die Flugabwehr zu stärken und Technologien zu teilen. London genehmigte zudem den Bau weitreichender Marschflugkörper mit britischer „Storm Shadow“-Technologie. Kremlsprecher Dmitri Peskow warf Großbritannien vor, „methodisch und regelmäßig Öl ins Feuer“ zu gießen. Burnham nannte die russischen Drohungen „unerhört“.