US-Präsident Donald Trump hat den chinesischen Staatschef Xi Jinping im Weißen Haus empfangen. Das Gespräch begann am Donnerstag gegen 16 Uhr deutscher Zeit. Es ist der erste Besuch von Xi und seiner Ehefrau Peng Liyuan in Washington seit mehr als einem Jahrzehnt. Die US-Regierung spricht von einem «Meilenstein in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern».
Im Mittelpunkt des Treffens dürften konfliktreiche Themen stehen: der Welthandel, die Kriege im Iran und in der Ukraine sowie die Künstliche Intelligenz. Bereits am Mittwochabend hatte Trump den Gast aus der Volksrepublik persönlich auf dem Militärflughafen Joint Base Andrews bei Washington empfangen. Dieser Empfang gilt als Zeichen besonderer Ehrerbietung, da ein US-Präsident traditionell nur wenige Schritte vor die Tür des Weißen Hauses tritt.
Am Abend gibt Trump ein Staatsbankett für Xi. Die Gästeliste unterstreicht die Bedeutung der Künstlichen Intelligenz: Mehrere Tech-Konzernchefs nehmen teil, darunter Elon Musk und OpenAI-Geschäftsführer Sam Altman. Damit wird deutlich, dass das Thema KI nicht nur am Verhandlungstisch, sondern auch beim gesellschaftlichen Rahmenprogramm eine zentrale Rolle spielt.
Der Besuch fällt in eine Phase angespannter Handelsbeziehungen. Trump hatte in seiner ersten Amtszeit einen Handelskrieg gegen China begonnen, musste diesen jedoch weitgehend aufgeben. China reagierte auf die US-Strafzölle, indem es wichtige Mineralien und Seltene Erden zurückhielt. Ohne diese Rohstoffe ist die Produktion in vielen Schlüsselbranchen kaum noch möglich. Beobachter fragen sich, ob sich die Handelsbeziehungen weiter entspannen oder ob Trump nach dem Treffen seinen Kurs gegenüber China wieder verschärft.
Die Gespräche haben auch für Deutschland und Europa erhebliche Bedeutung. Sollte sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China entspannen, könnte Trump neue Zölle gegen Europa verhängen. Umgekehrt könnte ein Scheitern des Treffens den Druck auf deutsche Exporte erhöhen. Die Bundesregierung verfolgt den Besuch daher mit besonderer Aufmerksamkeit.
Ein weiteres zentrales Thema ist die Künstliche Intelligenz. Trump betont regelmäßig die Führungsrolle der USA in diesem Bereich und lehnt eine strenge Regulierung ab. Selbst Warnungen führender Tech-Manager vor den Gefahren einer außer Kontrolle geratenen Superintelligenz haben daran nichts geändert. Globale Regeln für KI lassen sich jedoch nur mit China durchsetzen. Insofern kommt dem Austausch zwischen Trump und Xi auch bei diesem Zukunftsthema eine Schlüsselrolle zu.
Der Besuch ist von symbolischer Bedeutung. Nach mehr als einem Jahrzehnt kehrt Xi mit seiner Frau nach Washington zurück. Die persönliche Abholung am Flughafen, das Staatsbankett und die geplante Militärparade unterstreichen den hohen Stellenwert, den die US-Regierung dem Treffen beimisst. Ob die Gespräche konkrete Ergebnisse bringen, bleibt abzuwarten. Klar ist, dass die Entscheidungen der beiden Präsidenten weit über die USA und China hinaus wirken werden.