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Neuer Eclipse Almanac zeigt Finsternisse für 284 Städte

UPSA hat einen kostenlosen Jahrhundertkatalog mit 457 Ereignissen veröffentlicht. Nutzer können ihren Standort wählen und die lokale Finsternis in drei Ansichten abspielen.

Kurz vor der totalen Sonnenfinsternis am 12. August ist ein neuer ukrainischer Online-Dienst gestartet, der nicht nur die aktuelle Himmelserscheinung, sondern ein ganzes Jahrhundert berechnet. Der Eclipse Almanac der Ukrainian Private Space Agency umfasst den Zeitraum von 2026 bis 2126.

Der erste ausführliche Überblick erschien bei Science Official. Insgesamt enthält die Datenbank 457 Ereignisse: 227 Sonnenfinsternisse und 230 Mondfinsternisse. Für 284 Städte wurde berechnet, welche davon sichtbar sind.

Das zentrale Werkzeug ist ein Standortfilter. Wer eine Stadt auswählt, sieht nur noch die Finsternisse, die dort tatsächlich beobachtet werden können. Damit beantwortet der Dienst eine praktischere Frage als eine globale Karte: Wie hoch steht die Sonne an meinem Ort, wie tief ist die Phase und findet das Ereignis überhaupt vor Sonnenuntergang statt?

Die Simulation kann in drei Modi betrachtet werden. Eine breite Himmelsszene zeigt Sonne, Mond, Sterne und helle Planeten. Eine Nahansicht konzentriert sich auf die beiden Scheiben. Eine technische Ansicht liefert Zahlen wie Kontaktzeiten, Winkelgrößen, Höhe und Azimut.

Die Zeitleiste lässt sich vor- und zurückbewegen. Die Geschwindigkeit reicht von Echtzeit bis 3.600-fach, und eine Funktion für den aktuellen Zeitpunkt kann den Simulator während einer realen Finsternis synchronisieren.

Nach Angaben des Projekts basieren die Positionen auf Astronomy Engine. Die Berechnung läuft auch im Browser, sodass ein anderer Zeitpunkt oder eine andere Stadt neue Werte erzeugt. WebGL zeichnet daraus die Szene. Das ist ein anderer Ansatz als ein vorproduziertes Erklärvideo, das für jeden Betrachter gleich bleibt.

Die Jahrhundertstatistik macht deutlich, warum die lokale Berechnung sinnvoll ist. Nur 70 der 284 Städte erleben in hundert Jahren mindestens eine totale Sonnenfinsternis. Elf Sonnenfinsternisse im Katalog sind von keiner der erfassten Städte aus zu sehen, weil ihre relevanten Bahnen über Ozeanen oder polaren Regionen liegen.

Die Ukraine bekommt in diesem Zeitraum trotz vieler sichtbarer Finsternisse keine beobachtbare totale Sonnenfinsternis. Das Projekt prüfte dafür 515 Punkte im Land. Am 12. August reicht es dort im Westen nur für eine partielle Phase vor Sonnenuntergang; in Uzhhorod werden etwa 47 Prozent der Sonnenscheibe bedeckt, in Lwiw rund 43 Prozent.

Der Simulator behauptet nicht, das Wetter zu kennen. Wolken in der Darstellung sind lediglich ein Gestaltungselement. Auch die genaue Form der Korona ist keine Vorhersage, weil sie von der Sonnenaktivität zum Zeitpunkt der Finsternis abhängt.

Für echte Beobachtungen gilt unabhängig von der Software: Während jeder partiellen Phase ist geeigneter Augenschutz nötig. Normale Sonnenbrillen sind nicht ausreichend, und Ferngläser oder Kameras brauchen geeignete Sonnenfilter.

Nach dem 12. August bleibt der Almanach deshalb sinnvoll. Die aktuelle Finsternis ist nur die erste Gelegenheit, die berechnete Geometrie mit dem wirklichen Himmel zu vergleichen; die übrigen 456 Ereignisse reichen bis weit in das nächste Jahrhundert.

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