Der UEFA-Superpokal in Salzburg ist ein seltenes Endspiel, bei dem beide Teams schon vor dem Anpfiff etwas beweisen müssen. Paris Saint-Germain will zeigen, dass die Mannschaft nach der Weltmeisterschaft sofort wieder auf Champions-League-Niveau kommt. Aston Villa will zeigen, dass der Sommerumbau den Europa-League-Sieger nicht schwächer gemacht hat.
Anpfiff ist am Mittwoch, 12. August, um 21.00 Uhr CEST im Stadion Salzburg. Die Buchmacher bevorzugen PSG deutlich. Bei Oddschecker lagen die britischen Bestquoten am 11. August ungefähr bei 4/5 für Paris, 29/10 für ein Remis und 15/4 für Villa – jeweils nach 90 Minuten.
Für PSG spricht zuerst die Stabilität. Der Klub verteidigte im Mai die Champions League gegen Arsenal im Elfmeterschießen. Im Kern kann Luis Enrique weiterhin auf Vitinha, João Neves, Achraf Hakimi, Nuno Mendes, Marquinhos, Désiré Doué, Ousmane Dembélé und Khvicha Kvaratskhelia bauen. Letzterer erhielt von der UEFA die Auszeichnung als Spieler der Champions-League-Saison 2025/26.
Die wahrscheinlichste Grundordnung bleibt ein 4-3-3. Im Tor hat Matvei Safonov nach der europäischen Endphase gute Argumente. Hakimi, Marquinhos, Willian Pacho und Nuno Mendes bilden die naheliegende Viererkette. Vitinha und João Neves sind im Mittelfeld gesetzt, sofern sie körperlich bereit sind. Die dritte Position hängt ebenso wie Teile des Angriffs von der Belastungssteuerung ab.
Denn genau hier liegt Villas Hoffnung. PSG hatte 16 Spieler bei der Weltmeisterschaft. Wer bis zum Finale kam, sollte nach dem Plan des Klubs drei Wochen Urlaub erhalten und konnte damit erst am 9. August zurückkehren. Ein Finale drei Tage später ist kein normaler Saisonstart.
Villa hat dafür mehr personelle Veränderungen zu verarbeiten. Morgan Rogers, Youri Tielemans und Lucas Digne sind weg. João Gomes und Alejandro Garnacho sind neu, Boubacar Kamara ist wieder verfügbar. Amadou Onana erlitt bei der WM einen Kreuzbandriss; Johan Manzambi wird ebenfalls von einer Knieverletzung gebremst.
Ein realistisches Villa-Gerüst lautet Martínez; Cash, Konsa, Pau Torres, Maatsen; João Gomes, Kamara; McGinn, Buendía, Garnacho; Watkins. Entscheidend ist dabei weniger der Name auf jeder Position als die Idee: kompakt bleiben, Paris nach außen lenken und nach Ballgewinnen sofort vertikal spielen.
Diese Idee hat unter Unai Emery bereits funktioniert. Die UEFA beschrieb Villas Europa-League-Fußball als schnell, vertikal und geprägt von Druck direkt nach Ballverlusten. Im Champions-League-Viertelfinale 2025 gewann Villa das Rückspiel gegen PSG sogar 3:2, schied aber mit 4:5 insgesamt aus. Der Respekt vor Paris ist also groß, die Erinnerung an eigene Chancen aber ebenfalls.
Für PSG spricht wiederum, dass Villa nach den Abgängen gerade in der Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff neu lernen muss. Kvaratskhelia gegen Cash, Dembélé oder Doué zwischen Konsa und dem defensiven Mittelfeld sowie Hakimis Läufe sind Duelle, die Villa nicht gleichzeitig kontrollieren kann.
Und wenn es eng bleibt? Nach 90 Minuten folgt bei Gleichstand sofort das Elfmeterschießen, ohne Verlängerung. Emiliano Martínez macht dieses Szenario für Aston Villa attraktiver als für fast jeden anderen Außenseiter.
Unser Tipp: PSG gewinnt 2:1. Paris ist die bessere Mannschaft, Villa aber der unangenehme Gegner. Wer nur auf die Namen schaut, unterschätzt, wie sehr der Zeitpunkt im August und der ungewöhnliche WM-Sommer das Kräfteverhältnis verändern können.