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Dortmund gewinnt 3:2 bei Arsenal – drei Teenager treffen

Der BVB setzt sich im Emirates Cup gegen den englischen Meister durch. Inacio, Karetsas und Gadou erzielen die Dortmunder Tore, bevor für beide Klubs die ersten Pflichtspiele näher rücken.

Borussia Dortmund hat den Härtetest beim englischen Meister bestanden. Der BVB gewann im Emirates Cup beim FC Arsenal mit 3:2 und nahm dabei vor allem eine bemerkenswerte Personalgeschichte aus London mit: Alle drei Dortmunder Treffer erzielten Spieler, die noch keine 20 Jahre alt sind. Ein Testspielergebnis entscheidet keine Saison, doch gegen einen Gegner dieses Formats liefert es dem Trainerstab deutlich mehr Erkenntnisse als ein gewöhnlicher Sommertermin.

Arsenal begann im Emirates Stadium druckvoll und zwang Alexander Meyer früh zu einer Reaktion. Das erste Tor fiel trotzdem auf der anderen Seite. In der siebten Minute beschleunigten Fabio Silva und Felix Nmecha das Dortmunder Spiel, Samuele Inacio startete in den freien Raum und schob den Ball mit einer Berührung ins lange Eck. Der 18-Jährige nutzte damit genau den Moment, in dem Arsenal nach seinem aktiven Beginn Raum hinter der ersten Linie ließ.

Inacio blieb nicht der einzige Teenager auf der Torschützenliste. In der 29. Minute bekam Konstantinos Karetsas vor dem Strafraum zu viel Platz. Der ebenfalls 18 Jahre alte Neuzugang zog mit links ab und schlenzte den Ball in die Ecke. Es war sein erster Einsatz für den BVB – nur wenige Tage nach dem Beginn seiner Arbeit mit der Mannschaft. Sportdirektor Lars Ricken lobte später die Ruhe des Debütanten, ordnete die Leistung aber zugleich in die Hilfe der erfahrenen Mitspieler ein.

Nach der Pause erhöhte Arsenal den Druck. Ethan Nwaneri verkürzte in der 54. Minute auf 1:2. Doch Dortmund reagierte schnell. Vier Minuten später verlängerte Fabio Silva nach einer Ecke den Ball, und der 19-jährige Innenverteidiger Joane Gadou traf zum 3:1. Nach der Partie sagte Gadou, es sei sein erstes Tor für Borussia Dortmund gewesen. Gerade der Zeitpunkt war wichtig: Arsenal hatte das Momentum auf seine Seite gezogen, der BVB nahm es mit einem Standard sofort wieder zurück.

Viktor Gyökeres verwandelte in der 69. Minute einen Elfmeter zum 2:3. Arsenal suchte anschließend den Ausgleich, der BVB brachte die knappe Führung jedoch über die Zeit. Nach dem Abpfiff schlossen die Teams auf Wunsch von Mikel Arteta noch ein separates Elfmeterschießen an. Arsenal gewann diese Übung, am offiziellen 3:2-Ergebnis änderte sie nichts. Es handelte sich um zusätzliche Vorbereitung und nicht um eine Verlängerung des Emirates-Cup-Spiels.

Der Erfolg ist auch wegen der Dortmunder Personalsituation interessant. Emre Can, Nico Schlotterbeck und Mussa Kaba befanden sich in der Reha. Gregor Kobel und Julian Ryerson waren erst kurz zuvor aus ihrer Pause zurückgekehrt und reisten ebenfalls nicht mit. Weitere Spieler fehlten aus Gründen der Trainingssteuerung. Damit musste Niko Kovač gegen einen Gegner auf höchstem Niveau früh auf Breite im Kader setzen. Dass ausgerechnet diese Breite die drei Tore lieferte, ist der wertvollste Teil des Ergebnisses.

Nach dem Spiel vermied der Trainer überzogene Schlussfolgerungen. Für Kovač stand nicht das Resultat im Zentrum, sondern die Entwicklung der Mannschaft. Er hob besonders hervor, wie der BVB die ersten beiden Tore herausgespielt hatte. Ricken verwies zugleich darauf, dass die jungen Torschützen von der Leistung der erfahrenen Spieler profitierten. Damit setzte der Klub bewusst einen Gegenpunkt zu der Versuchung, aus drei Teenager-Toren sofort eine neue Hierarchie abzuleiten.

Der Kalender lässt ohnehin wenig Raum für Euphorie. Am 15. August empfängt Dortmund die AS Rom zur Saisoneröffnung. Eine Woche später geht es im Franz-Beckenbauer-Supercup gegen den FC Bayern München bereits um den ersten offiziellen Titel. Arsenal steht sogar schon am 16. August im Community Shield gegen Manchester City unter Pflichtspielbedingungen. Für beide Teams ist die Phase der Tests damit praktisch vorbei.

Für den deutschsprachigen Fußball ist vor allem die Altersstruktur der Dortmunder Torschützen ein Signal. Inacio, Karetsas und Gadou müssen ihre Leistung erst über Wochen bestätigen. Ein gutes Testspiel ersetzt keine Bundesliga-Konstanz. Aber ein Sieg beim englischen Meister zeigt, dass Kovač Alternativen hat, wenn etablierte Spieler fehlen oder Belastung gesteuert werden muss. Gerade in einer Saison mit vielen Spielen kann diese zweite Ebene des Kaders entscheidend werden.

Auch historisch war das Duell ungewöhnlich. Arsenal und Dortmund hatten seit 2014 nicht mehr gegeneinander gespielt. Zwischen 2011 und 2014 trafen sie sechsmal in der Champions-League-Gruppenphase aufeinander. Zwölf Jahre später kehrte der BVB nach Nordlondon zurück – und diesmal prägten nicht bekannte Routiniers, sondern drei Teenager das Ergebnis. Ob daraus mehr wird, entscheidet sich erst in den Pflichtspielen. Für den Moment hat Dortmund aber einen Härtetest gewonnen und zugleich drei junge Namen stärker in die öffentliche Wahrnehmung gerückt.

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