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Moskauer Familie wirft Polizei Verwechslung eines 15-Jährigen vor

Der Jugendliche wurde am 4. Mai auf dem Schulweg festgehalten. Die Familie spricht von einem KI-Treffer, die Polizei von Widerstand bei der Festnahme.

Что известно о задержании 15-летнего школьника на улице Гарибальди

Pulux11 / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · rights

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OU erstellt.

Ein 15-jähriger Schüler ist in Moskau auf dem Weg zur Schule von Polizisten festgehalten worden, weil er offenbar mit einem Verdächtigen verwechselt wurde. Seine Familie sagt inzwischen, ein System mit künstlicher Intelligenz habe eine Übereinstimmung von 85 bis 90 Prozent mit einer Person aus einer Fahndung gemeldet. Diese konkrete technische Angabe ist bislang nicht unabhängig bestätigt.

Der grundlegende Ablauf wurde bereits im Mai bekannt. Novaya Gazeta Europe berichtete, der Jugendliche sei am Morgen des 4. Mai in der Garibaldi-Straße unterwegs gewesen. Unter Berufung auf seine Mutter und Ostorozhno Media hieß es, zwei Männer in Zivil hätten ihn zu Boden gebracht, seine Hände mit einem Gürtel gefesselt und ihn in ein Fahrzeug gesetzt. Die Mutter sagte, die Familie sei nicht sofort über den Aufenthaltsort des Minderjährigen informiert worden.

In einem späteren Bericht schilderte der Vater weitere Einzelheiten. Demnach sei der Schüler im Polizeirevier verdächtigt worden, Drogen zu verteilen. Etwa zweieinhalb Stunden nach der Festnahme habe die Polizei die Mutter kontaktiert. Nach Darstellung der Familie erklärten Beamte, ein KI-System habe den Jungen mit einer gesuchten Person zu 85 bis 90 Prozent in Übereinstimmung gebracht. Weder der Name des Systems noch ein technischer Bericht zu diesem Treffer sind öffentlich bekannt.

Gesichtserkennung wird in Moskau tatsächlich von Sicherheitsbehörden genutzt. Das offizielle Verkehrsportal der Stadt beschreibt das System „Sfera“ in der Metro. Es erstellt biometrische Schlüssel aus Gesichtern, gleicht sie mit Fahndungsdatenbanken ab und alarmiert die Polizei. Es gibt jedoch keinen Beleg dafür, dass „Sfera“ bei der Festnahme in der Garibaldi-Straße zum Einsatz kam.

Technisch ist ein Ähnlichkeitswert nicht mit einer einfachen Identitätswahrscheinlichkeit gleichzusetzen. Das US-amerikanische NIST bewertet Systeme für die Eins-zu-viele-Suche und misst ausdrücklich falsch positive Identifizierungen. Dabei kann ein Unbeteiligter fälschlich als Kandidat oberhalb eines festgelegten Schwellenwerts erscheinen. Wie häufig das geschieht, hängt vom Algorithmus, dem Schwellenwert, der Bildqualität und der Datenbank ab.

Nach seiner Freilassung wurde der Jugendliche medizinisch untersucht. Novaya Gazeta Europe berichtete über eine Gehirnerschütterung. Ostorozhno Media führt in einem späteren Bericht unter Berufung auf medizinische Unterlagen außerdem eine geschlossene Kopfverletzung, ein Hämatom an der Oberlippe, einen Bluterguss am Rücken und Schürfwunden an beiden Handgelenken an.

Die Familie sagt, die Verletzungen seien durch Gewalt während der Festnahme und der Fahrt entstanden. In einer polizeilichen Antwort, die von der Familie zitiert wird, heißt es dagegen, der Jugendliche habe sich aktiv gewehrt, Beamte verletzt und versucht zu fliehen. Deshalb seien körperliche Gewalt und sogenannte Kampfgriffe eingesetzt worden. Die Eltern bestreiten diese Darstellung.

Sie haben sich an die Polizei und das russische Ermittlungskomitee gewandt. Nach Angaben von Ostorozhno Media ist die Prüfung noch nicht mit einem für die Familie mitgeteilten Endergebnis abgeschlossen.

Damit bleiben zwei Fragen offen. Zum einen muss geklärt werden, ob tatsächlich ein biometrisches System die Verwechslung ausgelöst hat und wie sein Treffer geprüft wurde. Zum anderen geht es unabhängig von der Technik darum, ob der Einsatz von Gewalt gegenüber einem Minderjährigen in der konkreten Situation verhältnismäßig war. Erst die Ermittlungsunterlagen können zeigen, wie aus einer möglichen digitalen Ähnlichkeit eine reale Festnahme wurde.

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