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«Video Game Menu: The Game» macht das Menü zum Spielprinzip

Ein neues Indie-Spiel widmet sich dem beliebtesten Nebenschauplatz aller Games: den Menüs. «Video Game Menu: The Game» dreht sich ausschließlich darum, Knöpfe zu drücken und zu beobachten, was sich verändert.

Ein Videospiel über Videospielmenüs: Genau das verspricht «Video Game Menu: The Game». Statt actionreicher Platformer, packender Kampfsysteme oder komplexer Puzzles steht hier das im Mittelpunkt, was sonst nur Mittel zum Zweck ist — die Menüoberfläche. Das Spiel lädt dazu ein, nach Herzenslust Tasten zu drücken und zu verfolgen, welche Einstellungen sich dadurch verändern.

Die Grundidee ist so simpel wie selbstironisch. Wer kennt es nicht: Man öffnet die Optionen eines Spiels, klickt sich durch Regler, Schalter und Untermenüs und stellt irgendwann fest, dass man die Musik abgeschaltet hat, um nebenbei einen Podcast zu hören, dem man ohnehin nur halb folgt. Genau diese alltägliche Gaming-Erfahrung greift «Video Game Menu: The Game» auf und erklärt sie kurzerhand zum eigentlichen Spielinhalt.

Denn während sich die meisten Titel über ihre Geschichte, ihre Grafik oder ihren Schwierigkeitsgrad definieren, setzt dieses Projekt auf die schlichte Faszination des Herumprobierens. Jeder Tastendruck kann etwas verändern, und die Spielerinnen und Spieler sind eingeladen, genau das herauszufinden. Das Menü wird damit vom Werkzeug zur eigentlichen Beschäftigung — ein Konzept, das bewusst mit den Erwartungen an ein klassisches Videospiel bricht.

Der Ansatz passt in einen größeren Trend der Gaming-Kultur, in der Grenzen zwischen Spiel und Interface zunehmend verschwimmen. Menüs sind längst mehr als reine Bedienoberflächen: Sie prägen den Rhythmus eines Spiels, bestimmen, wie sich ein Titel anfühlt, und sind oft der erste Eindruck, den Nutzerinnen und Nutzer von einem Produkt gewinnen. Ein Spiel, das diesen Bereich ins Zentrum rückt, macht aus einem technischen Notwendigkeitselement ein eigenständiges Erlebnis.

Ob «Video Game Menu: The Game» damit eher als augenzwinkernde Satire auf die eigene Branche funktioniert oder als ernsthaftes Experiment mit Interaktionsdesign, lässt sich anhand der Ankündigung noch nicht abschließend sagen. Klar ist jedoch, dass das Spiel eine Nische besetzt, die bislang kaum jemand bedient hat. Statt großer Versprechen setzt es auf eine vertraute Alltagshandlung, die Millionen von Spielerinnen und Spielern bestens kennen.

Für ein junges Publikum, das mit digitalen Oberflächen aufgewachsen ist und Einstellungsmenüs ebenso selbstverständlich bedient wie soziale Netzwerke, dürfte der Reiz genau darin liegen: Das Spiel nimmt eine Selbstverständlichkeit und macht sie zum Gegenstand des Spiels. Wer schon einmal stundenlang in den Optionen eines Rollenspiels versunken ist, ohne die eigentliche Handlung voranzutreiben, wird sich hier unmittelbar wiedererkennen.

Ob daraus ein kurioser Einzelgag oder ein tragfähiges Spielprinzip wird, hängt davon ab, wie viel Tiefe die Entwicklerinnen und Entwickler dem Konzept geben. Die Ankündigung deutet an, dass die Veränderungen durch Tastendrücke sichtbar und spürbar sein sollen — ein Mechanismus, der Neugier belohnt und zum Ausprobieren einlädt. Damit reiht sich der Titel in eine Reihe ungewöhnlicher Indie-Ideen ein, die bewusst mit den Konventionen des Mediums spielen.

Fest steht: «Video Game Menu: The Game» erinnert daran, dass Videospiele nicht nur aus spektakulären Momenten bestehen. Oft sind es die kleinen, unscheinbaren Interaktionen, die den Alltag von Gamerinnen und Gamern prägen. Ein Spiel, das genau diese Momente feiert, ist zumindest ein Gesprächsthema — und vielleicht mehr.

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