Die Auslieferung der Steam Frame hat begonnen, doch für Brillenträger kann die neue VR-Brille von Valve schnell unbenutzbar werden. Wie ein Nutzer berichtet, passt seine Brille trotz des mitgelieferten Abstandshalters nicht in das Headset. Das Problem ist nicht der Abstand zwischen Augen und Displays, sondern die schiere Breite der Fassung: Die Front des Headsets stößt an den Brillenbügeln an, ein Tragen ist damit unmöglich.
Valve gibt in den technischen Spezifikationen eine maximale Brillenbreite von 140 Millimetern an. Die Brille des betroffenen Nutzers misst rund 146 Millimeter und überschreitet das Limit damit deutlich. Bisher hatte er mit PlayStation VR und Meta-Quest-Geräten keine Probleme, doch der Innenraum der Steam Frame ist offenbar enger konstruiert. Der Fehler liegt zwar beim Käufer, der die Angaben hätte prüfen können, doch die Erfahrung zeigt, wie leicht die Grenze überschritten wird.
Als Lösung bietet Valve in Zusammenarbeit mit Zenni Korrekturlinsen an, die direkt im Headset installiert werden und die Brille überflüssig machen. Das Prinzip kennt man bereits von Meta Quest, wo es das Beschlagen und Verschmieren der Gläser verhindert. Zum Zeitpunkt des Berichts sind die Linsen für die Steam Frame jedoch ausverkauft, ein Nachliefertermin ist nicht bekannt. Der Nutzer hat sich bei Valve nach der Verfügbarkeit erkundigt, bislang ohne Antwort.
Die zusätzlichen Kosten wiegen schwer: Die günstigste Version der Steam Frame kostet 1.059 US-Dollar, deutlich mehr als ursprünglich von Valve angekündigt. Die Korrekturlinsen schlagen mit weiteren 68 US-Dollar zu Buche und werden für manche Käufer zur Pflichtanschaffung. Ein Ausweichen auf eine ältere, kleinere Brille scheiterte im beschriebenen Fall: Die Sehstärke hatte sich verändert, das Tragen führte zu Schwindel. Zudem zerkratzten die Gläser fast die Displays, und die Bügel drückten stark gegen die Gesichtsauflage, was Schäden verursachen könnte.
Ohne Brille hinterließ die Steam Frame bei dem Tester einen positiven Eindruck: Das Gewicht sei angenehmer als bei anderen VR-Headsets, und die Unabhängigkeit von Metas Datenumgebung wird als Vorteil gesehen. Doch die Kernbotschaft bleibt: Wer eine Brille trägt, sollte nicht davon ausgehen, dass der mitgelieferte Abstandshalter ausreicht. Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf die Breite der eigenen Fassung und auf die Verfügbarkeit der Korrekturlinsen.