Die US-amerikanische Band MUNA hat nach ihrem Auftritt in der «Jimmy Kimmel Live»-Show klargestellt, dass sie nicht mit der israelischen Schauspielerin Gal Gadot übereinstimmt. In einer Instagram-Story erklärte Bandmitglied Naomi McPherson, die Gruppe sei nicht darüber informiert worden, wer neben ihr in der Sendung auftreten würde. «Wir waren heute Abend bei Kimmel! Danke an alle Mitarbeiter der Show, die großartig zu uns waren», schrieb McPherson. «Das wurde vor ein paar Tagen aufgezeichnet und uns wurde nicht gesagt, wer die Gäste sein würden. Also muss ich auch diesen Moment nutzen, um ein großes, dickes Free Palestine zu sagen.»
Die Episode, die am Donnerstag ausgestrahlt wurde, zeigte MUNA mit einer Performance ihres Songs «Dancing on the Wall». Gadot war als Gast geladen, um den neuen Actionfilm «The Runner» für Prime Video zu bewerben. Die Schauspielerin, die in den 2000er Jahren in den israelischen Streitkräften diente, gilt als eine der prominentesten pro-israelischen Stimmen in Hollywood. Sie hat die israelischen Militäraktionen wiederholt verteidigt, die von den Vereinten Nationen und Amnesty International als völkermörderisch eingestuft wurden. 2023 unterzeichnete sie einen offenen Brief zur Unterstützung Israels und sagte später, ihr «Gewissen sei rein», da sie sich für die Geiseln einsetzen musste.
MUNA hatten sich bereits zuvor kritisch gegenüber der israelischen Politik geäußert. Die Band schloss sich dem von Lorde und IDLES initiierten «No Music For Genocide»-Boykott an, der Künstler und Rechteinhaber dazu aufforderte, ihre Musik von Streaming-Plattformen in Israel zu entfernen. Im Jahr 2024 äußerte sich Katie Gavin zur damals bevorstehenden US-Wahl und erklärte, sie werde Kamala Harris wählen, aber nicht «jemanden unterstützen, der einen Völkermord finanziert». Damit spielte sie auf die Finanzierung Israels durch die Biden-Harris-Regierung an.
Gal Gadot steht seit längerem im Zentrum kontroverser Debatten. Sie behauptete, der Druck, sich gegen Israel zu äußern, habe zum Misserfolg von «Snow White» geführt. Der Film spielte in den USA nur 42,2 Millionen Dollar ein, weit unter den Erwartungen bei einem geschätzten Budget von 240 bis 270 Millionen Dollar. Zudem erhielt er eine der niedrigsten IMDb-Bewertungen aller Zeiten. Gadot wurde auch dafür kritisiert, bei den Oscars 2025 den Preis für den besten Dokumentarfilm nicht an einen palästinensischen Filmemacher überreicht zu haben. Ihre Walk-of-Fame-Zeremonie wurde von sowohl pro-israelischen als auch pro-palästinensischen Demonstranten gestört.
MUNA veröffentlichten kürzlich ihr Album «Dancing On The Wall», das von der Kritik positiv aufgenommen wurde. Die Band aus Los Angeles kombiniert eingängigen Synthpop mit nachdenklichen Texten. In einer Rezension wurde das Album als «euphorische Pop-Hits mit einer schattigen Seite» beschrieben. Die Gruppe bleibt ihren politischen Überzeugungen treu und nutzt ihre Plattform, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Der Vorfall bei «Jimmy Kimmel Live» zeigt, wie wichtig es Künstlern ist, ihre Werte auch in der Unterhaltungsbranche zu vertreten.