Der kommende Zoo-Simulator Planet Zoo 2 rückt die Spielerinnen und Spieler näher an die Tiere heran als je zuvor. Wie eine Preview zeigt, beginnt die Karriere nicht mehr in der klassischen Draufsicht, sondern direkt auf Bodenhöhe in der Egoperspektive. Die erste Umgebung, in der man sich wiederfindet, ist das üppige ostafrikanische Rift Valley. Diese Entscheidung verändert den Einstieg spürbar: Bevor Gebäude platziert oder Diagramme studiert werden, erkundet man zunächst zu Fuß die Landschaft.
Ein zentrales neues Element sind frei umherstreifende Wildtierschutzgebiete. Diese können geformt und gepflegt werden, um Arten in ihre natürlichen Lebensräume zurückzubringen und dort dauerhaft anzusiedeln. Ähnlich wie bei den Gehegen eines Zoos müssen die Schutzgebiete bestimmte Bedürfnisse erfüllen. Sie bestehen aus unregelmäßig geformten Biomen wie Savannen oder dichten Wäldern, die jeweils eigene Anforderungen haben, um den Status «gedeihend» zu erreichen. Dazu gehören ein bestimmter Anteil einheimischer Pflanzen und der Zugang zu Wasser. In der Demo stand unbegrenzt Geld zur Verfügung, und das ostafrikanische Schutzgebiet war bereits in gutem Zustand. Wie aufwendig es ist, ein stark geschädigtes Ökosystem wiederherzustellen, ließ sich daher noch nicht abschätzen. Dennoch gilt dieser Bereich als das spannendste neue Spielfeld.
Neben den Schutzgebieten führt man weiterhin traditionelle Zoos mit Zuchtprogrammen, um die Arbeit an den Reservaten zu finanzieren und gesunde Tiere für die Auswilderung heranzuziehen. Dieser Teil fühlt sich vertraut an und ähnelt dem ersten Planet Zoo. Ob die Wirtschaftssimulation anspruchsvoller geworden ist, blieb in der Preview offen, da mit unbegrenztem Budget gespielt wurde. Die Stärke der Frontier-Titel liegt ohnehin im Detail: Eine schier endlose Auswahl an Bauteilen lässt sich vergrößern, drehen, kombinieren, umfärben und neu zusammensetzen. Für Spielerinnen und Spieler, die nicht Stunden mit dem Bau eines Pavillons verbringen möchten, gibt es zudem vorgefertigte Elemente.
Neu in Planet Zoo 2 ist, dass fast alle platzierbaren Gebäude – mit Ausnahme von Toiletten und Quarantänestationen für kranke Tiere – vollständig modellierte Innenräume besitzen. Diese können in der Egoperspektive betreten werden, wo Gäste und Personal anzutreffen sind. Restaurants starten mit einem Servicetresen, lassen sich aber um mehrere Sitzbereiche erweitern, darunter Außenterrassen, die mit dem Tresen verbunden werden können. Auch Geschenkshops funktionieren nach diesem Prinzip, und selbst Pausenräume für Mitarbeitende lassen sich mit Sitzgelegenheiten und Aktivitäten ausstatten.
Der Terrain-Editor bleibt leistungsstark und einfach zu bedienen, ergänzt um einige neue Werkzeuge. Wasser erfordert weiterhin ein Reservoir und eine feste Höhenstufe. Oberflächentextur, Wellengang, Trübung und Färbung lassen sich anpassen. Ein fließender Fluss, der sichtbar von einer höheren Ebene herabstürzt, ließ sich allerdings nicht erstellen; bestenfalls gelang ein flacher Kanal mit illusionärer Strömungsrichtung.
Die Tiere selbst werden als atemberaubend beschrieben. Realistischeres Fell und vielfältige, lebensechte Animationen heben sie deutlich von früheren Genre-Vertretern ab. Der Kontrast zwischen den fast fotorealistischen Tieren und den cartoonhaften menschlichen Gästen und Angestellten wirkt zwar weiterhin etwas befremdlich, doch die Beraterfiguren in der Kampagne wurden zurückhaltender gestaltet. Insgesamt hinterließ der Simulator bei der Vorschau einen starken Eindruck, insbesondere wegen des neuen Fokus auf Artenschutz und der unmittelbaren Nähe zu den Tieren.