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Ex-Nato-General Hodges: Russland könnte Nato mit Atomkriegsfrage konfrontieren

Der frühere Oberkommandierende der US-Landstreitkräfte in Europa, Ben Hodges, warnt vor einer Fortsetzung der russischen Militärexpansion. Im Interview erklärt er Putins Ziele und was die Nato aufhalten könnte – auch mit Blick auf die Region Suwałki.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Der frühere Oberkommandierende der US-Landstreitkräfte in Europa, Ben Hodges, rechnet fest damit, dass Russland seine militärische Expansion fortsetzen wird. In einem Interview mit der „Welt“ warnt der pensionierte General vor einer wachsenden Bedrohung für das Nato-Bündnis und benennt konkrete Szenarien, die Europa betreffen könnten. Besonders die Lage im Osten des Bündnisgebiets sieht er als möglichen Brennpunkt.

Hodges, der von 2014 bis 2017 die US-Armee in Europa führte, verweist auf die strategische Bedeutung des sogenannten Suwałki-Korridors. Dieser schmale Landstreifen zwischen Polen und Litauen gilt als verwundbarste Stelle der Nato-Ostflanke. Sollte Russland dort Druck aufbauen, könnte Moskau das Bündnis vor die Frage stellen, ob es wirklich einen Atomkrieg riskieren wolle, so Hodges. Er mahnt, die russische Führung unter Präsident Wladimir Putin sei bereit, Grenzen auszutesten und die Reaktionen des Westens genau zu beobachten.

Der General sieht in Putins Vorgehen ein klares Muster: Nach der Annexion der Krim 2014 und dem Angriff auf die Ukraine 2022 werde Russland nicht Halt machen. „Russland wird seine militärische Expansion fortsetzen“, sagt Hodges. Er widerspricht damit jenen Stimmen, die eine Erschöpfung der russischen Streitkräfte annehmen. Vielmehr gehe es Putin um eine grundlegende Neuordnung der Sicherheitsarchitektur in Europa, bei der die Nato geschwächt und der Einflussbereich Moskaus ausgedehnt werden soll.

Zugleich betont Hodges, dass Russland nicht in der Lage sei, die Ukraine militärisch zu besiegen. Die ukrainischen Streitkräfte hätten sich als widerstandsfähig erwiesen, und die russische Armee leide unter erheblichen Verlusten und logistischen Problemen. Dennoch dürfe der Westen diese Schwäche nicht als Entwarnung verstehen. Die Gefahr liege nicht in einem konventionellen Großangriff auf das gesamte Bündnisgebiet, sondern in begrenzten, gezielten Aktionen – etwa Cyberangriffen oder Vorstößen in der Nähe der baltischen Staaten.

Hodges fordert daher eine deutliche Stärkung der Nato-Präsenz an der Ostflanke und eine klare Kommunikation gegenüber Moskau. „Wir müssen Russland zeigen, dass wir bereit sind, jeden Zentimeter des Bündnisgebiets zu verteidigen“, sagt er. Gleichzeitig warnt er vor überzogenen Ängsten: Ein unmittelbarer Angriff auf einen Nato-Staat sei derzeit nicht zu erwarten, wohl aber eine anhaltende Testphase, in der Russland die Reaktionen des Westens auslote.

Die Einschätzung des Generals kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Sicherheitslage in Europa als besonders angespannt gilt. Erst kürzlich sorgte die unangekündigte Reise von CIA-Direktor John Ratcliffe nach Moskau für Spekulationen. US-Medien berichteten, Ratcliffe habe vor einer Eskalation gegen die Nato gewarnt, insbesondere mit Blick auf die baltischen Staaten. Offiziell bestätigt wurde dies nicht. Präsident Donald Trump bezeichnete den Besuch als „semi-routine“ und zeigte sich überzeugt, dass Putin keinen Nato-Staat angreifen werde.

Hodges sieht darin jedoch keinen Grund zur Beruhigung. Er verweist auf die russische Doktrin, die den Einsatz von Atomwaffen in regionalen Konflikten nicht ausschließt. Die Frage, ob das Bündnis im Ernstfall wirklich bereit sei, für einen Ort wie Suwałki das Äußerste zu riskieren, müsse offen beantwortet werden. Nur wenn die Nato diese Frage für sich selbst klar beantworte, könne sie Russland glaubwürdig abschrecken.

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