Wireva

Sudans Krieg verlagert sich nach Kordofan

Rückkehr in ruhigere Gebiete trifft auf neue Kämpfe, Hunger und Angriffe auf Hilfslieferungen in Kordofan.

Sudan Shows How External Support Can Outlast Civilian Institutions

Rahool Jeaker / Pexels · Pexels License · rights

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Im Sudan entsteht im Spätsommer 2026 ein widersprüchliches Bild. Millionen Menschen kehren in Regionen zurück, in denen die Kämpfe nachgelassen haben. Gleichzeitig verlagert sich ein Teil der militärischen und humanitären Belastung nach Kordofan. Dort treffen neue Gewalt, Drohnenangriffe und erschwerter Zugang für Hilfsorganisationen auf eine bereits landesweite Hungerkrise.

Die Internationale Organisation für Migration schätzte im Juli die Zahl der Binnenvertriebenen auf rund 8,62 Millionen. Das waren etwa 26 Prozent weniger als auf dem Höhepunkt der Vertreibung. Gleichzeitig waren fast 4,93 Millionen Menschen in ihre Herkunftsgebiete zurückgekehrt, rund fünf Prozent mehr als einen Monat zuvor. 55 Prozent der weiterhin Vertriebenen waren Kinder.

UNHCR verwendet für die Binnenvertreibung durch den aktuellen Konflikt eine engere Definition und erfasst zusätzlich Menschen, die Sudan verlassen mussten. Zum 24. August registrierte das Sudan-Portal insgesamt mehr als 11,29 Millionen gewaltsam Vertriebene im Zusammenhang mit der Krise. Die unterschiedlichen Zahlen beschreiben deshalb verschiedene Teile derselben Migrationsbewegung.

Kordofan ist der Ort, an dem die Lage derzeit besonders schnell kippen kann. Das Welternährungsprogramm bezeichnete El Obeid als neues Epizentrum von Vertreibung und Hunger. Am 30. August wurden außerhalb von Dilling in Süd-Kordofan zwei klar gekennzeichnete WFP-Lastwagen bei einem Luftangriff getroffen. Mehr als 50 Tonnen Lebensmittel wurden zerstört – genug, um 5.800 Menschen einen Monat lang zu versorgen.

Der Verlust ist in einem Land mit rund 19,5 Millionen akut von Ernährungsunsicherheit Betroffenen besonders schwerwiegend. Für Juni bis September wurde erwartet, dass bis zu 200.000 Menschen die höchste Kategorie Catastrophe erreichen könnten. In 14 Gebieten bestand bis September ein Hungersnotrisiko, in 13 sollte dieses Risiko bis Januar 2027 fortbestehen.

Auch das Gesundheitssystem hat kaum Reserven. Die WHO berichtete im April, dass 37 Prozent der Gesundheitseinrichtungen nicht funktionieren und etwa 21 Millionen Menschen keinen Zugang zu benötigter Versorgung haben. Seit April 2023 hatte die Organisation 217 Angriffe auf das Gesundheitswesen verifiziert. Anfang September begann in Teilen von Darfur und West-Kordofan eine Cholera-Impfkampagne für rund 928.000 Menschen.

Kinder sind in mehrfacher Hinsicht betroffen. UNICEF meldete mindestens 330 getötete oder verletzte Kinder im ersten Halbjahr 2026, mit besonders hohen Zahlen in Darfur und Kordofan. Ende Juli waren allein in Nord-Kordofan mindestens 23 getötete und 25 verletzte Kinder innerhalb von rund zwei Monaten verschärfter Kämpfe um El Obeid gemeldet worden.

Humanitäre Organisationen erreichen weiterhin Millionen Menschen. WFP unterstützt monatlich mehr als vier Millionen Menschen. UNICEF untersuchte im Juli 1,43 Millionen Kinder auf akute Mangelernährung und nahm 82.300 Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung in Behandlung. Zugleich waren Ende Juli 63 Prozent des UNICEF-Hilfsaufrufs noch nicht finanziert.

Für die kommenden Monate reicht es deshalb nicht, auf sinkende Binnenvertriebenenzahlen zu verweisen. Entscheidend ist, ob Rückkehrer funktionierende Wasser-, Gesundheits- und Bildungsangebote vorfinden und ob Kordofan vor einer neuen Massenvertreibung bewahrt wird. Solange Hilfslieferungen selbst zum Ziel werden können, bleibt jede lokale Erholung im Sudan fragil.

Same event, other desks

Story file →