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Architects-Sänger Sam Carter spricht über Angstzustände nach Online-Kritik

Der Frontmann der britischen Metalcore-Band Architects hat auf Instagram offen über die Folgen jahrelanger Online-Kritik an seiner Stimme gesprochen. Sam Carter leidet unter Angstzuständen, ist in Therapie und nimmt Medikamente. Die Kommentare hätten ihm die Freude am Auftreten genommen.

Sam Carter, Sänger der britischen Metalcore-Band Architects, hat in einem ausführlichen Instagram-Post offengelegt, wie stark ihn die anhaltende Online-Kritik an seiner Gesangsstimme belastet. Der Musiker erklärte, die negativen Kommentare hätten bei ihm Angstzustände ausgelöst und ihm die Freude am Auftreten genommen. «Meine Angst und die ständige Konzentration auf meine Stimme haben mich an einen Punkt gebracht, an dem mir die Freude am Auftreten genommen wurde», schrieb Carter.

Der Sänger berichtete, dass er sich seit etwa einem Jahr intensiv mit seiner Stimme auseinandersetzt. Die ständige Beobachtung von außen habe dazu geführt, dass er beim Schreien auf der Bühne innerlich blockiert werde. «Immer wenn ich schreien will, hält mich die Stimme in meinem Kopf davon ab, den Job zu machen, den ich seit etwa 20 Jahren ausübe», so Carter weiter. Auslöser für die zugespitzte Situation sei der Auftritt der Band beim Rock am Ring im Sommer gewesen. Damals habe er an einem «wirklich harten Tag» eine neue Technik vor rund 90.000 Menschen ausprobiert. Je mehr er sich bemüht habe, desto grausamer seien die Kommentare geworden.

Carter machte deutlich, dass die Kritik nicht von ihm selbst ausgegangen sei, sondern von der Online-Diskussion über seine Stimme. Diese habe ihn in eine «Tunnel» gebracht, aus dem er nur schwer herausgefunden habe. In der Folge sei seine Auftrittsangst außer Kontrolle geraten, und er habe weder die Band noch die Bühne genießen können. Seit dem Sommer habe er unermüdlich daran gearbeitet, seinen Scream wieder auf das Niveau zu bringen, das er sich wünsche. Dabei habe ihn David von der Extreme Vocal Academy unterstützt.

Der Musiker betonte zugleich, dass der Druck, den er sich selbst auferlege, seine psychische Gesundheit weiter verschlechtere. «Ich habe heute in Stücken beschrieben, wie ich mich fühle und wie die Last zu viel geworden ist», schrieb er. Seine Bandkollegen und seine Frau hätten ihn im vergangenen Jahr sehr unterstützt. Dennoch sei es Zeit, die Fans daran teilhaben zu lassen, wie sehr ihn die Situation belaste. Carter erklärte, er befinde sich wöchentlich in Therapie und nehme Medikamente gegen seine Angstzustände.

In seinem Post wandte sich der Sänger auch direkt an die Kommentierenden. «Ich bin ein Mensch, der sein Bestes gibt, und manche Dinge werden nicht perfekt sein», so Carter. Er habe nicht mit perfekter Technik angefangen, sondern mit Schreien in kleinen Clubs, kaum hörbar, vor fast niemandem. Er habe von einem «Sam's Back»-Moment geträumt, aber das sei nicht die Realität. Vielleicht sei dies stattdessen sein Moment, zu einem Leben zurückzukehren, in dem er nicht jeden wachen Moment an diese Sache denke.

Architects sind derzeit mit KoRn auf Europa-Tournee und werden später im Monat auch in Großbritannien gemeinsam auftreten. Carter kündigte an, auf dieser Tour «aus Leidenschaft und Entschlossenheit» zu schreien. «Letztendlich möchte ich zurück zu einem Punkt, an dem ich mit meinen Freunden auf der Bühne Spaß habe. Es wird nicht perfekt, aber das bin ich auch nicht», schrieb er. Seine abschließenden Worte richteten sich an alle, die online kommentieren: «Seid freundlich. Ihr wisst nie, was jemand wirklich durchmacht.»

Die Band Architects ist für das Rock for People Festival 2027 angekündigt, das vom 2. bis 5. Juni im tschechischen Hradec Králové stattfinden soll. Neben Architects stehen unter anderem Blink-182 und Faith No More auf dem Programm. Carter selbst hat mit seinem Post einen Einblick gegeben, wie sehr öffentliche Kritik die psychische Gesundheit von Künstlern beeinflussen kann – und wie wichtig es ist, im Netz respektvoll miteinander umzugehen.

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