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Kutaragi verteidigt Ende der PS5-Discs: «Ökonomisch nicht vernünftig»

Ken Kutaragi, der als «Vater der PlayStation» gilt, hat das geplante Aus für PS5-Spielediscs im Jahr 2028 verteidigt. Der frühere Sony-Manager verweist auf den digitalen Wandel und wirtschaftliche Zwänge, zeigt aber Verständnis für verärgerte Fans.

Ken Kutaragi, der frühere PlayStation-Manager und als «Vater der PlayStation» bekannte Entwickler, hat sich in die Debatte um das Ende der physischen PS5-Spielediscs eingeschaltet. Gegenüber der Fachseite VGC sagte er, er verstehe, dass viele Spielerinnen und Spieler das Gefühl hätten, ein Spiel zu besitzen, wenn sie es auf Disc kaufen. Dennoch hält er das Festhalten an physischen Datenträgern für nicht mehr zeitgemäß.

«Niemand denkt, dass physische Medien für ein vernetztes Gerät wie ein Smartphone notwendig sind, weil die Leute das Gefühl haben, dass sie ihre Inhalte behalten», erklärte Kutaragi. Er räumte ein, dass er «wirklich» verstehe, warum manche über die Entscheidung von Sony verärgert seien. Schließlich verkaufe Sony weiterhin Millionen physischer Spiele pro Jahr, und in einigen Regionen liege der Anteil neuer PS5-Titel auf Disc bei über 50 Prozent.

Trotzdem sei der Trend eindeutig: Verbraucherinnen und Verbraucher wenden sich zunehmend digitalen Angeboten zu, und diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen. «Ich halte es nicht für ökonomisch vernünftig, Discs weiter zu unterstützen. Vielleicht ist es ein Mentalitätsproblem», so Kutaragi. Sony selbst hatte das Ende des Disc-Supports für 2028 angekündigt und bezeichnete den Schritt als «natürliche Richtung» des Unternehmens, das sich an die Konsumgewohnheiten anpasse.

Ein Experte sieht hinter dem Aus für Discs vor allem Profitabilität und Kontrolle. Kutaragi verwies zudem auf den personellen Wandel bei PlayStation: Viele neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kämen von außerhalb, etwa aus dem Streaming-Bereich durch die Übernahme von Gaikai. Für diese sei die PlayStation «nicht nur eine Spielkonsole, sondern auch ein Inhalts-Terminal». Das könne zu Reibungen mit Spielefans führen.

Während Sony die physischen Spiele aufgibt, hält Nintendo zumindest vorerst an ihnen fest. Microsoft hat seine Pläne für Discs noch nicht konkretisiert, doch viele erwarten, dass auch Xbox das Format aufgeben wird. Die Diskussion berührt eine grundlegende Frage der Spielekultur: Was bedeutet es, ein Spiel zu besitzen, wenn es nur noch digital verfügbar ist?

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