Der frühere Activision-Chef Bobby Kotick und die Investorin und Philanthropin Laurene Powell Jobs sind in den Vorstand des neu formierten Entertainment-Unternehmens Skydance aufgenommen worden. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung an die US-Börsenaufsicht hervor. Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair wird dem Gremium als Berater zur Seite stehen. Die Personalien wurden am Rande der abgeschlossenen Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount bekannt, aus der Skydance in seiner jetzigen Struktur hervorgegangen ist.
Skydance-Chef David Ellison begründete die Berufungen mit der Erfahrung der Neuzugänge. Kotick habe ein globales Entertainment-Unternehmen über drei Jahrzehnte hinweg geführt und bringe ein Gespür für den Aufbau dauerhafter Marken und die Bindung an Fans mit. Seine Kombination aus strategischen Entscheidungen und disziplinierter Kapitalallokation sei genau die Kompetenz, die Skydance beim Zusammenführen der Geschäfte brauche. Powell Jobs bezeichnete Ellison als visionäre Institutionenbauerin, deren Gespür für Qualitätsjournalismus und Medieninvestitionen eine außergewöhnliche Bereicherung sei. Blair wiederum genieße wegen seiner strategischen Weitsicht und seiner Fähigkeit, Menschen für ambitionierte Ideen zu gewinnen, höchste Anerkennung.
Der 13-köpfige Vorstand umfasst neben Ellison als Vorsitzendem und CEO eine Reihe weiterer Branchengrößen. Dazu zählen Barbara Byrne, frühere Vizechefin von Barclays, Andy Campion, Chairman und CEO von Unrivaled Sports, sowie Gerry Cardinale, Gründer und Managing Partner von RedBird Capital Partners. Ebenfalls vertreten sind Safra A. Catz, Executive Vice Chair und frühere CEO von Oracle, Skydance-Präsident Andy Gordon, Silver-Lake-Managing-Director Justin G. Hamill, Skydance-Co-Chef Ynon Kreiz, die frühere Paramount-Pictures-Chefin Sherry Lansing, Paul Marinelli von Lawrence Investments sowie John L. Thornton, Chairman von RedBird Capital Partners.
Für Kotick markiert der Schritt eine Rückkehr in die Führungsetage der Unterhaltungsbranche. Er hatte Activision nach 32 Jahren an der Spitze verlassen, nachdem Microsoft die Übernahme von Activision Blizzard King für rund 69 Milliarden Dollar abgeschlossen hatte. In seiner Amtszeit wuchs der Publisher zu einem der größten Unternehmen der Videospielbranche, war aber auch von Kontroversen begleitet. Kotick vertritt die Auffassung, der Verkauf an Microsoft sei im Rückblick die richtige Entscheidung gewesen.
Mit der Aufstellung des Vorstands endet eine Phase der Unsicherheit nach der Fusion. Ellison betonte, die neuen Direktoren brächten die Erfahrung und die frischen Perspektiven, die nötig seien, um Skydance zu einem außergewöhnlichen Unternehmen zu machen. Man wolle das Erbe von Paramount und Warner Bros. Discovery ehren und zugleich einen mutigen Kurs für die Zukunft einschlagen. Kreative Exzellenz, Innovation und langfristiger Aktionärswert sollen die Richtschnur sein, um Teams zu stärken, Geschäfte auszubauen und ein Publikum weltweit zu erreichen.