Die Regisseure Will Lovelace und Dylan Southern haben mit ihrem neuen Dokumentarfilm „Oasis: Don’t Look Back In Anger“ die Wiedervereinigung der Gallagher-Brüder eingefangen – und erklären nun, wie sie die Magie „im Raum“ festhielten und warum der Film auch eine Hommage an Mani und Bonehead ist. Der Film begleitet Liam und Noel Gallagher von den ersten Proben bis zu den Stadionkonzerten der Live-’25-Tour, ihrer ersten gemeinsamen Auftritte nach 16 Jahren und einer langen, erbitterten Fehde.
Bei den Dreharbeiten legten Lovelace und Southern besonderen Wert auf Authentizität. „Die Proben hatten einen ganz anderen Ansatz als die Shows“, sagte Southern im Interview mit NME. „Abgesehen von dem Foto, das den Tourstart ankündigte, waren sie wirklich zum ersten Mal seit über 15 Jahren in einem Raum zusammen. Wir mussten unsichtbar sein. Wir mussten unsere Kameras an bestimmten Stellen platzieren und verschwinden.“ Sechs Wochen lang habe kein einziges Crewmitglied die Gallaghers gesehen. „Wir wollten, dass es sich so nah wie möglich an dem anfühlt, was es wäre, wenn keine Kameras im Raum wären.“
Für die Konzertaufnahmen wählten die Filmemacher einen anderen Ansatz: „Wir wussten, dass Millionen von Menschen versucht hatten, Tickets zu bekommen, aber keine bekamen“, so Southern. „Wir wollten die Tour und die Shows so einfangen, dass es sich so nah wie möglich anfühlt, als wäre man dabei.“ Der Film ist laut den Regisseuren auf Spektakel ausgelegt und soll das Publikum mitten in die Menge versetzen. „Wenn die Leute ihn auf der größtmöglichen Leinwand und so laut sehen können, wie das Kino es zulässt, werden sie eine gute Zeit haben“, sagte Southern.
Der Dokumentarfilm feierte beim Filmfestival von Venedig Premiere und erhielt dort eine achtminütige Standing Ovation. Lovelace beschrieb den Abend als „ziemlich verrückt“: „Auf dem roten Teppich, als sie plötzlich auftauchten, nahm das Ganze ein Eigenleben an.“ Southern ergänzte: „Es campierten Oasis-Fans auf dem roten Teppich und warteten auf ihre Ankunft – das passiert beim Filmfestival von Venedig wohl nicht oft.“
Ein zentraler Moment des Films ist der Tribut an Mani, den verstorbenen Bassisten der Stone Roses, und an Bonehead, den langjährigen Gitarristen von Oasis. Die Regisseure betonten, wie wichtig es war, diese Figuren zu würdigen. Bonehead sei „Oasis’ Geheimwaffe“, sagte Southern. Der Film zeige auch die Verbindung zwischen den Brüdern und den Fans – eine Liebe, die trotz aller Jahre der Trennung spürbar sei.
Lovelace und Southern blicken auf eine lange Karriere mit Musikdokumentationen zurück, darunter „Shut Up And Play The Hits“ über LCD Soundsystem, „Meet Me In The Bathroom“ über die New Yorker Indie-Szene der 2000er und Blurs Comeback-Film „No Distance Left To Run“. Für die Oasis-Doku wählten sie bewusst einen anderen Ansatz: „Wir wollten ihre Geschichte erzählen. Jeder kennt den Hintergrund und die lange Zeit der Trennung – das war das Einzigartige daran“, erklärte Lovelace.
Die Regisseure verrieten außerdem, dass sie sich überlegt haben, ob es zusätzliches Material geben wird, etwa ein Live-Album oder unveröffentlichte Aufnahmen. Eine konkrete Ankündigung gab es jedoch nicht. Der Film läuft derzeit in ausgewählten Kinos, und die Macher empfehlen, ihn in IMAX zu sehen, um das volle Erlebnis zu bekommen.