Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) fordert, dass Regionen und Bundesländer einzelne innerdeutsche Flugverbindungen finanziell unterstützen, um die Anbindung der regionalen Wirtschaft an internationale Drehkreuze zu erhalten. Nach EU-Recht ist eine solche Förderung als sogenannte Public Service Obligation (PSO) möglich. Der Verband reagiert damit auf den anhaltenden Rückgang des innerdeutschen Flugverkehrs seit der Corona-Pandemie.
Teures Kerosin und hohe staatliche Gebühren haben viele Passagierflüge zu kleinen und mittleren Flughäfen in Deutschland unwirtschaftlich gemacht. Nach Angaben des Branchenverbands BDL ist die Zahl der angebotenen Sitzplätze auf innerdeutschen Verbindungen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie um rund die Hälfte geschrumpft. Die Branche kritisiert die stark gestiegenen staatlichen Gebühren als wesentlichen Grund für die vergleichsweise langsame Erholung des Luftverkehrs in Deutschland. Die Bundesregierung hatte zuletzt die jüngste Erhöhung der Luftverkehrsteuer größtenteils wieder zurückgenommen.
Konkrete Strecken nennt der BDF nicht. Der Verband erinnert jedoch an die Diskussion in Bremen, als Lufthansa zwischenzeitlich die Verbindung nach Frankfurt eingestellt hatte. Auch in Dresden und Münster/Osnabrück stehe die Anbindung an internationale Drehkreuze unter Druck. In Paderborn ist ein Versuch gescheitert, die Verbindung nach München wiederzubeleben.
Innerhalb der Europäischen Union gibt es derzeit 165 geförderte Strecken als Public Service Obligations. Der Verband beruft sich dabei auf Zahlen der EU-Kommission. Vor allem Frankreich, Spanien, Italien und Griechenland fördern Flüge in abgelegene Regionen und zu Inseln. In Deutschland wurde die letzte geförderte Strecke von Erfurt nach München im Dezember 2011 eingestellt. In aller Regel werden Inlandsflüge als PSO ausgeschrieben und subventioniert. Es gibt aber auch eine Verbindung von Linz nach Frankfurt, die von österreichischen Steuerzahlern mitfinanziert wird.
Innerdeutsche Flüge stehen insbesondere wegen ihrer Umweltfolgen in der Kritik. Der Vorschlag des BDF dürfte daher auch politisch umstritten bleiben. Der Verband argumentiert, dass eine bessere Anbindung der regionalen Wirtschaft an internationale Drehkreuze notwendig sei, um Wettbewerbsnachteile für Unternehmen in der Fläche zu vermeiden. Ob und in welchem Umfang Regionen und Länder tatsächlich Mittel für solche Verbindungen bereitstellen, ist offen.