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Ukraine greift russische Ölraffinerie und Lagerhallen an

Die Ukraine hat in der Nacht mit Drohnen eine Industrieanlage in der russischen Region Samara angegriffen, laut ukrainischen Berichten eine Ölraffinerie. In Taganrog wurden Lagerhallen des Internethändlers Ozon mit Raketen beschädigt. Die Nato registriert derweil mehr als 200 hybride Angriffe Russlands im vergangenen Jahr, und die EU streitet erneut über Sanktionen.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Die Ukraine hat in der Nacht zum Dienstag mit Drohnen eine Industrieanlage in der russischen Region Samara im Südosten des Landes angegriffen. Nach Angaben des Gebietsgouverneurs Wjatscheslaw Fedorischtschew wurden die Anlage sowie mehrere Wohngebäude beschädigt. Todesopfer gab es nicht. Rund 40 Drohnen seien abgeschossen worden. Laut ukrainischen Berichten handelte es sich bei der Industrieanlage um eine Ölraffinerie.

In der russischen Stadt Taganrog attackierte die Ukraine zudem mit Raketen Lagerhallen des Internethändlers Ozon. Der Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljussar, meldete keine Opfer. Darüber hinaus seien Lagerhallen von Landwirtschaftsbetrieben, Wohngebäude und eine Bildungseinrichtung beschädigt worden. Die Angriffe erfolgten nur einen Tag, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, Russland und die Ukraine wollten auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete dies als möglichen deeskalierenden Schritt. Die Ukraine wolle sich daran halten, wenn eine ernsthafte Friedensabsicht aus Moskau zu erkennen sei. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.

Unterdessen haben Kampfflugzeuge der Nato über Litauen nach Regierungsangaben eine Drohne abgeschossen. Präsident Gitanas Nauseda dankte den Einsatzkräften der Allianz für ihre schnelle Reaktion und betonte, angesichts der zunehmenden Aggression Russlands gegen die Ukraine sei diese Bereitschaft für die Region entscheidend. Einem litauischen Medienbericht zufolge stammte die Drohne aus Belarus. Polen aktivierte präventiv seine Luftverteidigung. Der öffentlich-rechtliche litauische Sender LRT berichtete unter Berufung auf das staatliche Krisenmanagementzentrum NKVC, die Drohne sei in Belarus gestartet und in einer ländlichen Region nahe des Kaunas-Sees im Zentrum des Landes niedergegangen.

Die Nato registriert nach Angaben aus dem Militärbündnis eine deutlich steigende Zahl hybrider Angriffe Russlands auf ihre Mitgliedstaaten. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 200 erfasst, ohne die alltäglichen Cyberangriffe. Von diesen gebe es allein gegen das Nato-Hauptquartier jeden Monat Tausende, erklärte ein ranghoher Nato-Beamter in Brüssel. Zum Fall der Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle sagte der Nato-Vertreter, der gefundene Sprengstoff deute darauf hin, dass ein russischer Geheimdienst direkt involviert gewesen sei. «Semtex ist nichts, was man irgendeinem Jugendlichen in die Hand drückt, den man beim Videospielen rekrutiert hat», sagte er. Die Nato stuft den Vorfall wie die Bundesregierung trotz der letztlich nicht erfolgten Explosion als hybriden Angriff ein. So werden meist verdeckte feindliche Aktionen unterhalb der Schwelle eines offenen militärischen Angriffs bezeichnet, etwa Sabotage, Cyberattacken oder Desinformationskampagnen. Ziel ist es oft, einen Staat zu schwächen, Unsicherheit zu erzeugen und politische oder militärische Ziele zu erreichen, ohne einen klassischen Krieg auszulösen.

Russland verfolgt nach Einschätzung der Nato unter anderem das Ziel, die politische und praktische Unterstützung für die Ukraine zu untergraben und sich auf eine mögliche weitere Eskalation vorzubereiten. Besonders beunruhigt die Nato ein Wandel in der Qualität der Angriffe. «Die Zahl nimmt zu, die Schwere nimmt zu und die Risikobereitschaft nimmt zu», sagte der Beamte. Damit steige auch das Risiko von Opfern unter Bürgern der Bündnisstaaten. Für die Nato gehe es derzeit darum, ruhig zu bleiben und die Abschreckung zu erhöhen. Dabei gehe es um militärische Maßnahmen, aber auch darum, den Anreiz für Angriffe durch einen wirksamen Schutz der Infrastruktur zu senken.

Die EU-Länder haben unterdessen eine Frist für die Verlängerung der bestehenden Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs verschoben. Die Botschafter der 27 EU-Mitgliedstaaten vereinbarten am Montag, die eigentlich am Mittwoch fällige Verlängerung der Strafmaßnahmen um eine Woche zu verschieben. Frankreich hatte nach Angaben aus Diplomatenkreisen zuvor gefordert, den Milliardär Alischer Usmanow von der Sanktionsliste zu streichen. Die nach der russischen Vollinvasion in der Ukraine verhängten Sanktionen müssen alle sechs Monate einstimmig von den EU-Ländern verlängert werden. Die Sanktionsliste umfasst inzwischen rund 3.000 russische Einzelpersonen und Organisationen. Der russisch-usbekische Oligarch Usmanow, dem gute Beziehungen zum Kreml nachgesagt werden, steht schon seit 2022 auf der Liste. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen schloss Frankreich sich nun überraschend der Forderung der Slowakei an, den 73-jährigen ehemaligen Anteilseigner des Fußballvereins FC Arsenal von der Liste zu streichen. Frankreich nannte demnach keinen genauen Grund und verwies lediglich auf die «nationale Sicherheit». Die «Financial Times» berichtete, Hintergrund sei ein mögliches Abkommen über die Freilassung von Gefangenen, das mehrere in Aserbaidschan festgehaltene französische Staatsbürger betreffe. Diplomaten aus mehreren EU-Ländern warnten vor den Folgen einer solchen Ausnahme.

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