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Wie ukrainische Geflüchtete Europas Arbeitskräfteangebot verändern

Polen und Tschechien messen bereits einen klar positiven Wirtschafts- beziehungsweise Budgeteffekt, während in Deutschland die Beschäftigung stark wächst. Für den deutschsprachigen Raum wird die Frage der Qualifikationsnutzung immer wichtiger.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Die wirtschaftliche Wirkung der ukrainischen Fluchtmigration lässt sich in Europa nicht auf eine einzige Zahl reduzieren. In Polen ist sie bereits als deutlicher Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt messbar, in Tschechien als Überschuss im Staatshaushalt. In Deutschland zeigt sie sich vor allem in einer schnell wachsenden Zahl von Beschäftigten. Gemeinsam ist den Fällen, dass der Effekt mit der Dauer des Aufenthalts und der Integration in den Arbeitsmarkt zunimmt.

Ende Juni 2026 standen in der EU 4,41 Millionen Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen waren, unter vorübergehendem Schutz. Deutschland beherbergte mit 1,286 Millionen die größte Gruppe, Polen knapp 961.000 und Tschechien rund 391.000. Damit konzentriert sich ein großer Teil der ökonomischen Anpassung in Mitteleuropa.

Für Deutschland meldete die Bundesagentur für Arbeit im Dezember 2025 rund 372.900 beschäftigte ukrainische Staatsangehörige. Davon arbeiteten 320.600 sozialversicherungspflichtig. Seit Februar 2022 stieg die Gesamtbeschäftigung dieser Gruppe um mehr als 307.000 Personen. Die Bundesagentur beschreibt Geflüchtete inzwischen ausdrücklich als einen Faktor, der hilft, den Rückgang der Beschäftigung deutscher Staatsangehöriger auszugleichen.

Das ist vor dem Hintergrund der alternden Bevölkerung besonders relevant. Die Europäische Zentralbank stellte 2026 fest, dass ausländische Arbeitskräfte mehr als die Hälfte des Zuwachses der Erwerbsbevölkerung im Euroraum während der vergangenen vier Jahre ausmachten. Insgesamt kamen rund 4,2 Millionen zusätzliche ausländische Arbeitskräfte hinzu. Ukrainische Geflüchtete waren dabei vor allem in Deutschland ein sichtbarer Teil des Zuwachses; in Spanien spielten wiederum Zuwanderer aus Lateinamerika eine große Rolle.

Polen zeigt, was passieren kann, wenn die Arbeitsmarktintegration sehr schnell erfolgt. Deloitte berechnete für UNHCR, dass ukrainische Geflüchtete 2024 einen Nettoeffekt von 2,7 Prozent des polnischen BIP erzeugten. 69 Prozent der Geflüchteten im erwerbsfähigen Alter waren beschäftigt. Die zusätzliche Arbeit verdrängte polnische Beschäftigte dem Modell zufolge nicht; vielmehr stiegen Beschäftigung und Spezialisierung in der Volkswirtschaft.

Tschechien liefert eine fiskalische Perspektive. Das Arbeitsministerium bezifferte den Überschuss der mit ukrainischen Geflüchteten verbundenen Einnahmen gegenüber den Ausgaben 2024 auf 9,7 Milliarden Kronen. Nach drei Quartalen 2025 waren es bereits 11,7 Milliarden. Im dritten Quartal allein standen Einnahmen von 8,2 Milliarden Kronen Ausgaben von 3,9 Milliarden gegenüber.

Solche Zahlen sind für Deutschland und die Schweiz interessant, aber nicht eins zu eins übertragbar. Die Schweiz gehört nicht zum EU-System des vorübergehenden Schutzes in derselben institutionellen Form, und auch zwischen Deutschland, Polen und Tschechien unterscheiden sich Sozialleistungen, Löhne, Wohnkosten und Zugangshürden zum Arbeitsmarkt. Ein hoher Beschäftigungszuwachs bedeutet daher nicht automatisch einen identischen fiskalischen Effekt.

Die entscheidende zweite Phase der Integration betrifft Qualifikationen. In Polen arbeitet nur ungefähr ein Drittel der Geflüchteten mit Hochschulabschluss in Positionen, die tatsächlich einen solchen Abschluss verlangen. Sprachkenntnisse haben einen messbaren Lohnwert: fließendes Polnisch geht laut Studie mit rund 700 Zloty zusätzlichem Nettoverdienst pro Monat einher.

Damit rückt eine klassische wirtschaftspolitische Frage in den Mittelpunkt: Wie gut wird vorhandenes Humankapital genutzt? Ein Ingenieur, der jahrelang in einer Helfertätigkeit bleibt, schließt zwar eine offene Stelle, aber die Volkswirtschaft verzichtet auf einen Teil seiner möglichen Produktivität. Dasselbe gilt für medizinische, pädagogische und technische Berufe, in denen Anerkennungsverfahren oder Sprachauflagen den Wechsel verzögern.

Die anfänglichen Kosten der Aufnahme waren real. Der IMF schätzte sie für die EU im ersten Jahr auf 30 bis 37 Milliarden Euro. Der heutige Befund widerspricht dieser Zahl nicht. Er zeigt vielmehr, wie sich der Saldo verändert, wenn aus Leistungsempfängern Beschäftigte, Steuerzahler und Konsumenten werden.

Bis März 2027 gilt der vorübergehende Schutz in der EU weiter. Für die europäischen Arbeitsmärkte dürfte deshalb weniger die bloße Zahl der Geflüchteten entscheidend werden als ihre berufliche Position. Je besser Sprache, Kinderbetreuung und Anerkennung von Abschlüssen funktionieren, desto stärker kann aus dem demografischen Schock ein längerfristiger Produktivitätsgewinn werden.

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