Square Enix steht kurz vor dem Abschluss eines der ehrgeizigsten Projekte der jüngeren Spielegeschichte: Mit Final Fantasy VII Revelation endet die Neuinterpretation des Klassikers, die 2020 mit Remake begann und 2024 mit Rebirth fortgesetzt wurde. In weniger als einem Jahr soll die Trilogie vollendet sein. Regisseur Naoki Hamaguchi und Kampfdirektor Teruki Endo haben im Gespräch mit IGN erklärt, wie sie die dritte Episode frisch halten, obwohl Schauplätze aus Rebirth erneut besucht werden.
Ein zentraler Ansatz liegt in der vertikalen Erkundung. Während Rebirth auf weitläufige, horizontale offene Gebiete setzte, erweitert Revelation die Spielwelt um eine vertikale Dimension. Spielerinnen und Spieler können mit dem Luftschiff Highwind oder auf Chocobos große Höhen erreichen und von oben herabsteigen. «Wir wollten einen Schritt weitergehen», sagt Hamaguchi. «Zusätzlich zur horizontalen Weite fügen wir nun eine vertikale Tiefe hinzu, die es erlaubt, mit der Highwind oder dem Chocobo zu fliegen und hoch in die Luft zu springen.»
Die Entscheidung, die Party per Fallschirm aus der Highwind abspringen zu lassen, fiel früh in der Entwicklung. Im Original von 1997 landete das Luftschiff direkt auf dem Boden, doch in einer hochauflösenden offenen Welt wäre es unrealistisch gewesen, überall passende Landeflächen zu gestalten. «Wenn man sich andere Spiele ansieht, speziell Fortnite, schienen moderne Spieler mit der Idee vertraut zu sein, dass Charaktere mit Fallschirmen herabfliegen», erklärt Hamaguchi. «Ich dachte, es wäre eine unterhaltsame Möglichkeit, einen nahtlosen Übergang von der Luft zum Boden zu schaffen.»
Trotz der vertrauten Karte aus Rebirth sollen sich die Gebiete deutlich verändern. Der nahende Meteor hat seismische Verschiebungen ausgelöst, die die Geografie sichtbar umformen. Sämtliche Nebenquests und optionalen Inhalte in Revelation sind komplett neu. «Die verschiedenen Nebenquests und Nebeninhalte werden völlig neu sein», betont Hamaguchi. «Durch den Meteor, der über dem Planeten droht, gibt es viele seismische Verschiebungen. Man wird verschiedene geografische Veränderungen in den bestehenden Gebieten sehen.»
Die Erkundung wird dadurch freier und vielschichtiger. Spieler können aus der Luft abspringen, die Landung steuern und so neue Winkel auf bekannte Orte einnehmen. Hamaguchi beschreibt die Entwicklung dieser planetary exploration als eine der schwierigsten Herausforderungen des Projekts. Das Team musste die offene Welt so gestalten, dass sie sowohl horizontal als auch vertikal funktioniert und den gesamten Planeten zugänglich macht.
Auch das Kampfsystem wurde weiterentwickelt. Revelation führt eine Art Klassenmechanik ein, erlaubt Kämpfe auf Chocobos und nimmt weitere Anpassungen an dem System vor, das in Remake etabliert und in Rebirth ausgebaut wurde. Kampfdirektor Teruki Endo erklärt, wie das Team entschied, welche Elemente auf das bestehende Fundament aufgesetzt werden. Die Balance aus Vertrautheit und Neuerung zieht sich durch das gesamte Spiel.
Ein weiteres Thema des Gesprächs war die Veröffentlichung auf einer PlayStation-5-Disc. Da Sony im kommenden Jahr die Produktion physischer Spiele einstellt, wird Revelation eine der letzten großen Veröffentlichungen auf Disc sein. Hamaguchi äußerte sich dazu und reflektierte zugleich, was das Team aus der Entwicklung von drei AAA-Rollenspielen in acht Jahren gelernt hat.
Die Trilogie ist ein seltenes Unterfangen: ein beliebtes Spiel neu erzählen und dabei die Handlung sowie die Welt neu mischen. Mit Revelation soll die Geschichte zu einem zufriedenstellenden Abschluss kommen. Das Team hat nach eigenen Angaben früh gelernt, wie wichtig es ist, die offene Welt nicht nur größer, sondern auch anders erlebbar zu machen. Die Highwind wird dabei zum zentralen Werkzeug, um die gesamte Spielwelt zu bereisen.
Für Fans bedeutet das: bekannte Orte werden nicht einfach wiederverwendet, sondern durch die veränderte Geografie und neue Inhalte in einen anderen Kontext gestellt. Die Fallschirm-Mechanik sorgt für einen fließenden Übergang zwischen Luft und Boden. Wie das finale Spiel letztlich abschneidet, wird sich zeigen, wenn Final Fantasy VII Revelation erscheint. Die Entwickler zeigen sich jedenfalls zufrieden mit dem Ergebnis und der Richtung, die die Trilogie eingeschlagen hat.