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SPD fordert Mindeststeuer für Superreiche

Die SPD schlägt eine Mindeststeuer von zwei Prozent für Vermögen über 100 Millionen Euro vor. Laut Parteivize Achim Post und Fraktionsvize Wiebke Esdar sei die Ungleichheit in Deutschland extrem – Superreiche zahlten anteilig weniger Steuern als ihre Angestellten.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Die SPD will Superreiche stärker zur Kasse bitten. In einem Gastbeitrag fordern Parteivize Achim Post und Fraktionsvize Wiebke Esdar eine Mindeststeuer von zwei Prozent für Vermögen über 100 Millionen Euro. Damit solle die „extreme Ungleichheit“ in Deutschland bekämpft werden, schreiben die beiden Sozialdemokraten. Bereits gezahlte Steuern sollen angerechnet werden, sodass nur diejenigen zusätzlich belastet würden, die heute besonders wenig beitragen.

Hintergrund ist die wachsende Zahl der Superreichen in Deutschland. Laut dem Global Wealth Report 2026 gibt es hierzulande rund 5.000 Menschen mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar – Tendenz stark steigend. Sie verfügten über mehr als ein Viertel des gesamten Finanzvermögens im Land. Schon 2021 besaßen zwei Familien mehr als die ärmere Hälfte der Bevölkerung, also über 40 Millionen Menschen. Die zwölf reichsten Menschen der Welt besitzen laut Oxfam-Bericht 2026 mehr als die ärmere Hälfte der Menschheit.

Die SPD beruft sich auf den französischen Ökonomen Gabriel Zucman, der beschrieben hat, warum die Einkommensteuer bei sehr hohen Vermögen nicht mehr greift. Wer sehr viel besitze, lasse Gewinne in Stiftungs- und Holdingstrukturen liegen, statt sie sich auszuzahlen. Auf dem Papier verdiene dieser Mensch wenig, sein Vermögen wachse trotzdem weiter. So zahlten Menschen mit hunderten Millionen Euro oft anteilig weniger Steuern als ihre Angestellten. „Warum zahlt ein Milliardär anteilig weniger Steuern als sein Fahrer?“, fragen Post und Esdar.

Nach Berechnungen des EU Tax Observatory könnten durch die Mindeststeuer in Deutschland jährlich rund 17 Milliarden Euro zusätzlich eingenommen werden. Das sei mehr als eine Haushaltszahl, betonen die Autoren. Es zeige, dass der Reichtum ganz oben mit maroden Schulen, überlasteten Schienen und Einsparungen bei Rente, Pflege und Gesundheit zusammenhänge. Mit dem Sondervermögen Infrastruktur werde zwar ein Schritt gegen den Investitionsstau getan, doch die Frage nach einer strukturell gerechten Finanzierung bleibe.

Die SPD-Führungskräfte fordern zudem eine Reform der Einkommensteuer, um kleine und mittlere Einkommen deutlich zu entlasten. Zur Gegenfinanzierung müssten Steuerprivilegien der Superreichen beseitigt werden. Dafür fehle derzeit jedoch eine politische Mehrheit. „Es ist kein Geld da“ sei kein Naturgesetz, sondern eine politische Entscheidung, schreiben sie.

Die Autoren warnen vor einem „Sog nach oben“: Vermögen mehre sich in der Regel selbst, während Menschen ohne Startkapital mit steigenden Mieten und hohen Lebenshaltungskosten kämpften. Das Leistungsprinzip gehe verloren, wenn auf dem Wohnungsmarkt Kapital aus niedrig besteuertem passivem Einkommen gegen hoch besteuertes Arbeitseinkommen konkurriere. Am Ende stehe die grundsätzliche Frage: „Wollen wir, dass ein paar tausend Menschen alles gehört, oder dass Millionen etwas gehört?“

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