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Die Schweiz ist beim Asyl kein Ausnahmefall

2025 lagen die Schweizer Asylgesuche pro Einwohner über dem europäischen Durchschnitt. Dass Deutschland und Frankreich häufiger Endziele sind, erklärt sich vor allem durch Routen, Netzwerke und die Funktion der Schweiz als Transitland.

Am Hochrhein zeigt sich, warum die Schweiz kein Asyl-Ausnahmefall ist

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Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Wer die europäische Asylkarte nur in absoluten Zahlen betrachtet, kann leicht zu einem falschen Schluss kommen. Deutschland meldete 2025 rund 163.000 Asylanträge, Frankreich 152.000, die Schweiz dagegen 25.781. Daraus entsteht der Eindruck, Schutzsuchende aus dem Nahen Osten und aus Afghanistan würden Deutschland und Frankreich gezielt wählen und die Schweiz umgehen. Pro Einwohner sieht die Lage jedoch anders aus.

Das Staatssekretariat für Migration registrierte in der Schweiz 2025 insgesamt 25.781 Asylgesuche, 7,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Afghanistan war mit 6.207 Gesuchen das wichtigste Herkunftsland. Hinzu kamen unter anderem 2.534 türkische, 928 syrische und 622 irakische Gesuche. Der Begriff „kaum Asyl aus dem Nahen Osten“ passt deshalb nicht zur Statistik. Gleichzeitig sind auch diese Gruppen nur ein Teil des Schweizer Geschehens: Eritrea, Algerien und Somalia spielten ebenfalls eine große Rolle.

Entscheidend ist die Relation zur Bevölkerung. Das SEM kommt für 2025 auf etwa 2,8 Asylgesuche je 1.000 Einwohner. Der europäische Durchschnitt lag bei 1,8. Die EU-Asylagentur ordnet die Schweiz gemeinsam mit Spanien und Belgien bei ungefähr 2.900 Anträgen je eine Million Einwohner ein. Die Schweiz hat also eine deutlich kleinere absolute Zahl als Deutschland, aber keine besonders niedrige Belastung pro Kopf.

Warum wirkt sie trotzdem häufig wie ein Land außerhalb der Hauptbewegungen? Eine Antwort liegt in ihrer Funktion auf den Routen. Das SEM schreibt, dass ein großer Teil der in Europa eintreffenden Migrantinnen und Migranten weiterhin Deutschland, Frankreich oder Großbritannien als Ziel nennt. Die Schweiz habe gegenüber diesen nördlichen und westlichen Nachbarn eine geringere Bedeutung als Endziel. An der Grenze aufgegriffene Personen stellten mehrheitlich keinen Asylantrag in der Schweiz. Das Land ist für viele also Transitgebiet, ohne deshalb aus dem europäischen Asylsystem herauszufallen.

Hinzu kommt die unterschiedliche Herkunft je Route. Die zentrale Mittelmeerroute blieb 2025 stabil; rund 66.300 Menschen gingen in Süditalien an Land. Zugleich nahm die Zahl der Menschen aus dem Horn von Afrika in Richtung Europa zu. Für Eritreer, Somalier und Äthiopier ist die Schweiz laut SEM durchaus ein Zielland. Bei anderen Gruppen führen soziale Netzwerke eher weiter nach Deutschland oder Frankreich. Die Landkarte verändert sich damit je nach Nationalität.

Für Menschen aus Afghanistan, Syrien oder der Türkei ist Deutschland besonders wichtig. Die EU-Asylagentur stellte 2025 eine starke Konzentration dieser Nationalitäten in Deutschland fest. Dort existieren große Gemeinschaften: Anfang 2026 lebten rund 936.000 syrische, 450.000 afghanische und 254.000 irakische Staatsangehörige im Land. Wer Verwandte, Freunde oder eine Sprachgemeinschaft vorfindet, hat praktische Gründe für diese Wahl. Die EUAA nennt Diaspora, Familie, Sprache, kulturelle Bindungen, Reiseinfrastruktur und wirtschaftliche Perspektiven als zentrale Faktoren. Anerkennungsquoten allein erklären die Verteilung nicht.

Auch das Dublin-System prägt die Schweizer Situation. Die Schweiz gehört seit 2008 zum Dublin-Raum. Das SEM gibt an, seit dem Beitritt ungefähr 3,3-mal so viele Personen in andere Dublin-Staaten überstellt zu haben, wie sie selbst durch solche Überstellungen aufgenommen hat. Der Mechanismus soll verhindern, dass dieselbe Person ihr Verfahren beliebig in mehreren Staaten neu beginnt.

Seit dem 12. Juni 2026 gelten zudem Teile des neuen EU-Migrations- und Asylpakts auch für die Schweiz, soweit sie eine Weiterentwicklung des Schengen- und Dublin-Besitzstands darstellen. Die neuen Dublin-Kriterien bleiben für die Schweiz verbindlich; Fristen werden verkürzt und die Zuständigkeit soll länger bei einem Staat verbleiben. Der EU-Solidaritätsmechanismus und die neuen Grenzverfahren sind für die Schweiz dagegen nicht automatisch bindend.

Der Blick nach Skandinavien zeigt einen anderen Trend. Schweden verzeichnete 2025 etwa 6.700 Asylanträge und damit den niedrigsten Stand des Jahrhunderts. Dennoch waren Afghanen, Syrer, Iraner und Iraker unter den größten Gruppen. Finnland kam auf 2.549 Anträge, wobei Afghanen und Iraker ebenfalls stark vertreten waren. Dort sind die Volumina tatsächlich klein, aber nicht null.

Die Schweizer Besonderheit besteht somit weniger darin, dass Schutzsuchende das Land meiden, als in einer Kombination aus kleinerer Bevölkerung, Transitlage und Dublin-Verfahren. Für den grenznahen Raum ist diese Unterscheidung wichtig: Eine Person kann die Schweiz durchqueren, dort registriert werden, ein Gesuch stellen oder in einen anderen zuständigen Staat überstellt werden. Diese Vorgänge erscheinen in unterschiedlichen Statistiken und erzählen jeweils einen anderen Teil derselben europäischen Bewegung.

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