Die Nachwuchsorganisation der AfD, Generation Deutschland (GD), hat auf ihrem Bundeskongress in Magdeburg die Ausweisung von Millionen Menschen aus Deutschland gefordert. GD-Chef Jean-Pascal Hohm sagte vor den rund 300 bis 480 Teilnehmern im „Alten Theater“ am Messegelände: „Millionen sind gegen unseren Willen in dieses Land gekommen.“ Deutschland müsse „das Land der Deutschen bleiben“. Die Organisation, die als Nachfolgerin der aufgelösten Jungen Alternative (JA) gilt, machte damit Stimmung gegen Migranten und Linke.
Der Kongress findet mitten im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt statt, wo eine Woche später gewählt wird. Als prominenter Gast wurde der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erwartet. AfD-Landeschef Martin Reichardt rief in diesem Zusammenhang zum „Kampf gegen verkommene linke Zustände“ auf. Die Polizei zählte vor dem Tagungsort zunächst rund 250 Gegendemonstranten, erwartete aber steigende Zahlen. In der Nähe des Theaters versammelte sich unter anderem der mit Lautsprechern ausgerüstete Bus „Adenauer SRP+“ der Gruppe „Zentrum für Politische Schönheit“, für den eine Maximallautstärke verfügt wurde.
Inhaltlich grenzte sich die GD beim Thema Europa vom Kurs der Mutterpartei ab. Hohm distanzierte sich vor dem Kongress vom strikten Anti-Euro-Kurs der AfD, den auch Parteichefin Alice Weidel öffentlich vertritt. „Wir wollen keinen deutschen Euro-Austritt, sondern die bestehenden Konstruktionsmängel des Euro-Systems beheben“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Auch einen Austritt Deutschlands aus dem Schengen-Raum lehnt die Jugendorganisation ab. Hohm begründete dies mit dem Lebensgefühl junger Menschen, die es gewohnt seien, an Grenzen keinen Pass mehr vorzeigen oder keine Währung mehr umrechnen zu müssen.
Kurz vor Beginn des Treffens sagte Hohm der Deutschen Presse-Agentur, es gehe auch darum, im laufenden Programmprozess der AfD Pflöcke einzuschlagen. Im kommenden Jahr will die AfD nach mehr als zehn Jahren ein neues Grundsatzprogramm verabschieden. Die Partei war 2013 als eurokritische Partei gegründet worden und hatte im Bundestagswahlprogramm für 2025 bekräftigt, Deutschland müsse aus dem Euro-System austreten. Die GD trifft sich in Magdeburg zu ihrem zweiten Bundeskongress. Die eng an die Mutterpartei angebundene Organisation war im vergangenen Jahr in Gießen neu gegründet worden, nachdem die frühere AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative aufgelöst worden war. Die JA war ein weitgehend eigenständiger Verein, auf den die AfD nur begrenzt Zugriff hatte.