Tom McCarthy, der für «Spotlight» mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, hat mit «A Statement» ein neues Historiendrama vorgelegt, das beim New York Film Festival Premiere feierte. Der Film versammelt eine hochkarätige Besetzung um Paul Rudd, Paul Giamatti, Amy Ryan und John Turturro. Im Mittelpunkt steht eine wegweisende Konferenz aus dem Jahr 1980 in Florida, bei der Politiker, Wissenschaftler, Akademiker und Umweltschützer erstmals gemeinsam über die Auswirkungen von Kohlendioxid-Emissionen auf die Umwelt berieten.
Paul Rudd spielt in «A Statement» den Moderator dieser historischen Zusammenkunft. Die Handlung folgt zwanzig Expertinnen und Experten, die ein Wochenende lang in einem Konferenzraum eines Strandresorts in Florida verbringen, um Lösungen für die damals noch junge Klimakrise zu diskutieren. Die Struktur des Films erinnert dabei an Klassiker wie «Die zwölf Geschworenen», bei denen ein geschlossener Raum und die Dynamik zwischen den Beteiligten die zentrale Rolle spielen. McCarthy inszeniert das Geschehen als Docu-Drama, das auf historischen Ereignissen basiert.
Die Reaktionen der Kritiker fallen unterschiedlich aus. Während einige Rezensionen die schauspielerische Leistung des Ensembles loben und von einer «überraschenden Vitalität» sprechen, die das trockene Thema belebe, zeigen sich andere Stimmen skeptisch. So wird der Film in einer Kritik als «talky and flat» beschrieben, als ein Werk, das zwischen leidenschaftlichem Engagement und neutraler Distanz schwanke. Die Frage, wer das Publikum für einen derart dialoglastigen Film über Klimawissenschaft sein könnte, wird offen gestellt. Einige Beobachter bezweifeln, dass «A Statement» ein breites Publikum finden wird.
Neben der inhaltlichen Ebene sorgte Hauptdarsteller Paul Rudd am Rande des Festivals für Schlagzeilen mit einer persönlichen Anekdote. Der Schauspieler erklärte, er habe damit begonnen, sein Telefon nicht mehr an Filmsets mitzubringen, weil er wie viele andere Menschen von dem Gerät abhängig sei. «Sie fördern unsere eigene Zerstörung», sagte Rudd mit Blick auf die Smartphone-Nutzung. Diese Äußerung fiel im Kontext der Premiere von «A Statement», einem Film, der sich mit den langfristigen Folgen menschlichen Handelns für die Umwelt auseinandersetzt.
«A Statement» ist nicht der erste Film, der die Klimakrise thematisiert, doch seine historische Perspektive hebt ihn von vielen aktuellen Produktionen ab. Indem McCarthy auf das Jahr 1980 zurückblickt, zeigt er, wie früh die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen CO2-Emissionen und Klimawandel bereits vorlagen. Der Film verdeutlicht damit auch, wie lange die politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema bereits andauert. Die Konferenz von 1980 gilt als eine der ersten Zusammenkünfte, bei der das Problem auf höchster Ebene diskutiert wurde.
Mit «A Statement» knüpft McCarthy an seine früheren Arbeiten an, die sich häufig mit gesellschaftlich relevanten Themen befassen. Der Regisseur ist bekannt dafür, komplexe Stoffe in ein publikumswirksames Format zu übersetzen. Ob ihm das auch mit diesem dialogintensiven Historiendrama gelingt, werden die Reaktionen des breiten Publikums zeigen, sobald der Film in die Kinos kommt. Die Premiere beim New York Film Festival bot jedenfalls reichlich Gesprächsstoff – sowohl über die filmische Umsetzung als auch über die anhaltende Relevanz der Klimadebatte.