Der Freifall-Turm «Hangover» auf dem Münchner Oktoberfest ist weniger als 24 Stunden nach einem tödlichen Unfall wieder in Betrieb gegangen. Wie die Betreiberfamilie mitteilte, hat der TÜV bei der technischen Überprüfung des Fahrgeschäfts keine Mängel festgestellt. Das Münchner Ordnungsamt erteilte daraufhin die Freigabe für den weiteren Betrieb.
Bei dem Unfall am Montagabend gegen 21.50 Uhr war ein 52 Jahre alter Sicherheitsmitarbeiter von der Gondel des 85 Meter hohen Turms erfasst und eingequetscht worden. Der Mann stammte aus Serbien. Rettungskräfte konnten ihn zunächst reanimieren, er starb jedoch wenig später im Krankenhaus. Fahrgäste wurden nach Angaben der Behörden nicht verletzt. Die Polizei hatte das Areal rund um das Fahrgeschäft während des Rettungseinsatzes abgesperrt.
Die genaue Unfallursache ist weiterhin ungeklärt. Ein technischer Defekt lag nach den bisherigen Erkenntnissen jedoch offenkundig nicht vor. Die Betreiber zeigten sich tief betroffen: «Wir sind noch immer geschockt von dem tragischen Ereignis gestern Abend», ließen sie über einen Sprecher mitteilen. Die Entscheidung, das Fahrgeschäft so schnell wieder zu öffnen, stützt sich auf die technische Prüfung durch den TÜV und die anschließende Freigabe durch die zuständige Behörde.
Der tödliche Unfall ist nicht der einzige Zwischenfall auf dem diesjährigen Oktoberfest. Bereits am Eröffnungssamstag hatten Fahrgäste in einem stehengebliebenen Drehkarussell etwa zwei Minuten lang kopfüber ausharren müssen, bevor sie aus ihren Sitzen geholt werden konnten. Dieser Vorfall verlief glimpflich, wirft aber Fragen zur Sicherheit auf der Wiesn auf.
Die Wiederinbetriebnahme des «Hangover» erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Oktoberfest noch läuft und täglich Zehntausende Menschen die Fahrgeschäfte besuchen. Die Betreiber betonten, dass die Sicherheit der Fahrgäste oberste Priorität habe. Die technische Überprüfung durch den TÜV habe die Betriebssicherheit bestätigt. Die Polizei ermittelt weiterhin zu den Umständen des Unfalls, bei dem der Sicherheitsmitarbeiter ums Leben kam.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Risiken, denen Beschäftigte auf Volksfesten ausgesetzt sind. Sicherheitskräfte sind oft in unmittelbarer Nähe zu laufenden Fahrgeschäften im Einsatz. Wie es genau zu dem Zusammenstoß zwischen der Gondel und dem Mitarbeiter kommen konnte, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Die Staatsanwaltschaft hat sich zu möglichen Ermittlungen bislang nicht geäußert.
Für die Besucher des Oktoberfests bleibt der Betrieb des Freifall-Turms nach der Freigabe durch die Behörden uneingeschränkt möglich. Die Betreiber kündigten an, mit den Ermittlungsbehörden vollumfänglich zusammenzuarbeiten. Das Ordnungsamt bestätigte, dass die Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb nach der technischen Prüfung erfüllt sind.