Dakota Johnson hat den kommerziellen Misserfolg ihres Superheldenfilms Madame Web öffentlich mit Humor kommentiert. In ihrer Moderation der US-Comedy-Show Saturday Night Live (SNL) erinnerte sie daran, dass sie bereits 2024 als Gastgeberin aufgetreten war, damals zur Promotion des Spider-Man-Ablegers. Nun, so Johnson, sei sie immer noch mit der Vermarktung des Films beschäftigt, weil Madame Web bis heute keinen Gewinn abgeworfen habe. «Das letzte Mal war ich hier, um einen Film namens Madame Web zu bewerben, danke», sagte sie unter verhaltenem Applaus. «Und heute bewerbe ich ihn immer noch, weil der Film immer noch kein Geld eingespielt hat.»
Madame Web gilt als einer der am schlechtesten bewerteten Filme aus dem Hause Sony, zu dessen Marvel-Adaptionen auch Morbius und Venom 3 zählen. Der Film spielte weltweit 100,5 Millionen Dollar ein, bei einem Produktionsbudget von rund 100 Millionen Dollar. Unter Berücksichtigung der Vertriebskosten wird der Streifen als Verlustgeschäft angesehen. Auch die Kritiken fielen verheerend aus: Der Film wurde zum Gegenstand zahlreicher Internet-Memes und erreichte auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes nur eine Zustimmung von zehn Prozent. Bei den Golden Raspberry Awards, die die schlechtesten Leistungen des Kinojahres küren, erhielt Madame Web drei Auszeichnungen, darunter die für die schlechteste Hauptdarstellerin an Dakota Johnson selbst.
Trotz dieser Bilanz ist Madame Web weit von den größten kommerziellen Katastrophen Hollywoods entfernt. Als größter Misserfolg der Filmgeschichte gilt Disneys John Carter, der bis zu 200 Millionen Dollar verlor. Disneys The Lone Ranger verbuchte Verluste von bis zu 190 Millionen Dollar. Knapp dahinter liegt The Marvels, der ähnlich hohe Einbußen verzeichnete und als der am schlechtesten performende Comic-Film aller Zeiten gilt. Madame Web entging diesem Schicksal, weil die Produktion deutlich günstiger war.
Die Kritik an dem Film war bereits vor dem Kinostart deutlich. In der Rezension von IGN erhielt Madame Web eine Wertung von 5/10. Der Film habe «die Zutaten für einen interessanten Hybrid», scheitere aber an einem Drehbuch, das mit überflüssigen Figuren, einfachen Archetypen und generischen Dialogen überladen sei, so das Urteil. Damit werde das Talent der Darstellerinnen und die Zukunft der weiblichen Spider-Man-Figuren auf der Leinwand verspielt.
Die Enttäuschung über die Reihe der Spider-Man-Ableger ohne den eigentlichen Helden ist auch Sony Pictures nicht verborgen geblieben. Studio-Chef Tom Rothman räumte ein, dass «das Publikum nicht ausreichend zufrieden» mit den Realverfilmungen der Spin-offs gewesen sei. Die Reihe hatte 2018 mit Tom Hardy in Venom begonnen und umfasste danach Venom: Let There Be Carnage, Morbius, Madame Web, Venom: The Last Dance und zuletzt Kraven the Hunter. Zeitweise hatte Sony geplant, Spider-Man in die von Schurken geprägten Ableger zu integrieren, doch zu einem solchen Crossover kam es nie.
Für Dakota Johnson bleibt Madame Web damit ein zwiespältiges Kapitel ihrer Karriere, das sie nun selbstironisch aufgreift. Der Film hat weder an der Kinokasse noch bei der Kritik überzeugt – und ist doch nicht der größte Flop, als der er oft dargestellt wird. Die Zahlen zeigen: Teuer war Madame Web vor allem für das Image der Sony-Spin-off-Reihe, nicht für die Bilanz des Studios im Vergleich zu anderen Hollywood-Desastern.