Gears of War: E-Day versetzt die Reihe zurück an den Anfang: 14 Jahre vor dem ersten Teil erleben Marcus Fenix und Dominic Santiago den Ausbruch der Locust aus dem Untergrund des Planeten Sera. Statt bloßer Action setzt das Prequel auf die emotionale Bindung zwischen den beiden Hauptfiguren – ein Ansatz, der laut ersten Kritiken aufgeht.
Die Handlung beginnt mit einer Zeremonie: Marcus und Dom absolvieren eine Ehrentour nach dem Ende des 79 Jahre dauernden Pendulum-Kriegs. Während Marcus bereits plant, sich wieder zu verpflichten, will Dom zu seiner Frau Maria und den gemeinsamen Kindern zurückkehren. Kurz darauf bricht die Hölle los – die Locust greifen an. In einer Bar treffen die beiden auf den ehemaligen Gear Mags Carter und den Rekruten Lucas Reyes. Aus dem Zufall wird das Bravo-Team, das die Verteidigung des COG organisiert.
Besonders hervorgehoben wird, wie das Spiel seine Nebenfiguren behandelt. Obwohl Marcus und Dom bereits bekannt sind, erhalten Carter und Reyes eigene, ausführliche Abschnitte, die sie als Charaktere etablieren. So entsteht ein Ensemble, das über die bekannten Helden hinaus trägt. Die Bedrohung durch die Locust spiegelt sich auch in der Gegnervielfalt wider: Anfangs sind es leicht zu besiegende Wretches und Drones mit Hammerburst-Gewehren, später tauchen immer gefährlichere Kreaturen auf. Darunter riesige, froschartige Gegner, die Säure spucken, sowie mehrere Varianten von Heavies – einer davon mit einem Gorehook, der einen Treffer landen und den Spieler sofort zu Boden bringen kann.
Die Waffen bleiben vertraut: die Gnasher-Schrotflinte und der Lancer, sowohl in der ursprünglichen Version mit Bajonett als auch als Prototyp mit Kettensäge. Letztere bekommt sogar eine kleine Entstehungsgeschichte. Die Kampagne erstreckt sich über fünf Akte und dauert beim ersten Durchspielen etwa 15 bis 18 Stunden.
Kritik gibt es an der KI der Verbündeten. Wenn der Spieler zu Boden geht, bleiben Mitstreiter gelegentlich daneben stehen, ohne Wiederbelebung zu leisten, rennen weg oder kommen gar nicht erst herbei. Das sei nicht ständig passiert, aber oft genug, um den Spielfluss zu stören. Als Lösung wird der Vier-Spieler-Koop-Modus empfohlen, während auf einer einzelnen Xbox nur Zwei-Spieler-Splitscreen möglich ist. Ein Patch soll das Verhalten der KI verbessern.
Die Rezension bezieht sich ausschließlich auf die Kampagne, da vor der Veröffentlichung nur diese zugänglich war. Die Modi Versus und Horde Siege werden zu einem späteren Zeitpunkt bewertet, die finale Wertung folgt dann. Für Fans der Reihe steht damit fest: E-Day erzählt nicht nur, wie alles begann, sondern auch, warum die Geschichte von Marcus und Dom seit zwei Jahrzehnten trägt.