Bungie will den Shooter Marathon grundlegend weiterentwickeln und zugleich klarstellen, dass das Spiel Destiny nicht ersetzen wird. In einer Videobotschaft an die Community haben Studioleiter Poria Torkan und Josh Dean, Head of Product und General Manager von Marathon, die künftige Ausrichtung beider Marken erläutert. Marathon sei ein wichtiger Bestandteil der weiteren Entwicklung des Studios, sagte Torkan. Das Spiel habe allerdings nicht so viele Spieler erreicht wie erhofft, räumte er ein. Man wisse, dass es sich weiterentwickeln müsse.
Dean konkretisierte die Pläne: Man wolle an dem festhalten, was Marathon besonders mache, und es über die bisherigen Genre-Grenzen hinausführen. Statt eines reinen Extraktionsshooters soll Marathon zu einem tieferen Survival-Erlebnis werden, das Spielern mehr Möglichkeiten gibt, sich in der gefährlichen Alien-Welt zu behaupten. Bis zum Ende des ersten Jahres will das Team nach eigenen Angaben bewahren, was die Spieler bereits schätzen, ihnen aber gleichzeitig mehr Handlungsfreiheit geben, egal ob im PvE- oder PvP-Bereich.
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Bungie das nächste große Marathon-Update vom späten September auf Dezember verschoben hat. In einem zeitgleich veröffentlichten Blogbeitrag bekräftigte das Studio, dass für den October Nightfall Refresh und das Symbiosis-Update im Dezember weiterhin viel geplant sei. Weitere Details zur Zukunft von Marathon sollen noch in dieser Woche folgen.
Marathon war im März erschienen und erhielt bei Kritikern viel Lob, konnte aber offenbar keine große Spielerbasis binden. Daten des Portals SteamCharts zeigen derzeit rund 1.390 aktive Spieler, mit einem Höchstwert von etwa 2.630 in den vergangenen 24 Stunden. Das ist nur ein Bruchteil der vergleichsweise großen Community von Destiny 2. Das Studio scheint auf diese Entwicklung zu reagieren und arbeitet an einer Neuausrichtung.
Besonders wichtig für viele Fans: Die beiden Verantwortlichen bestätigten, dass Marathon Destiny nicht ersetzt. Im selben Video gab es auch Neuigkeiten zu Destiny. Es gebe weitere Geschichten im Destiny-Universum zu erzählen, und Bungie wolle die Reihe zu ihrem ursprünglichen Versprechen zurückführen — zu ehrfurchtgebietendem Geheimnis, dem Gefühl der Entdeckung und einer Gemeinschaft von Guardians, die sich gegen scheinbar unüberwindbare Widerstände zusammenschließt. Für Destiny-Fans ist das eine gute Nachricht, nachdem Bungie im Mai künftige Inhaltsupdates für Destiny 2 eingestellt hatte. Die Ankündigung hatte damals für Verwirrung und Enttäuschung in der Community gesorgt. Nun scheint der Entwickler die Marke doch nicht aufgeben zu wollen.
Die Doppelankündigung folgt auf Monate großer Veränderungen bei Bungie. PlayStation-CEO Herman Hulst bestätigte im Juni erhebliche Entlassungen beim Studio, von denen ein Großteil des Destiny-Teams und einige Mitglieder des Marathon-Teams betroffen waren. Zudem kündigte der Entwickler in diesem Monat Pläne an, einen bedeutenden Teil seines großen Campus in Bellevue im US-Bundesstaat Washington unterzuvermieten. Mit dem erneuerten Fokus auf Destiny und einer klareren Perspektive für Marathon scheint Bungie nach Einschätzung vieler Fans in eine neue Phase einzutreten.