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Epiphanius ruft zur Einheit der Kirche in Christus auf

Der Metropolit der Orthodoxen Kirche der Ukraine verbindet in seiner neuen Predigt kirchliche Einheit mit Christus, der überlieferten Lehre und geistlicher Wachsamkeit.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OU erstellt.

Metropolit Epiphanius von Kyjiw und der ganzen Ukraine hat in einer Predigt zum zehnten Sonntag nach Pfingsten dazu aufgerufen, fest an der Einheit der Kirche in Christus zu halten, auf die Väter und Lehrer der Kirche zu hören und Versuchungen zu meiden. Im orthodoxen Festkalender 2026 fiel dieser Sonntag auf den 9. August; Pfingsten wurde am 31. Mai gefeiert.

Für ein deutschsprachiges Publikum ist die Aussage auch deshalb relevant, weil Epiphanius erst wenige Wochen zuvor in Deutschland öffentlich über Kirche, Verantwortung und die Lage der ukrainischen Christen gesprochen hatte. Im Juni nahm er in Berlin an einer Veranstaltung über Glaube, Krieg und Verantwortung teil und traf den Beauftragten der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Zuvor war er als Teil einer ukrainischen Religionsdelegation bei Gesprächen in europäischen Institutionen in Brüssel.

Die neue Predigt ist jedoch keine politische Stellungnahme. Ihr Schwerpunkt liegt auf der inneren Ordnung einer christlichen Gemeinschaft. Die erste Aussage lautet: Einheit hat ein Zentrum, und dieses Zentrum ist Christus. Damit setzt Epiphanius eine Linie fort, die er am 29. Juni beim Fest der Apostel Petrus und Paulus besonders deutlich formulierte. Die gemeinsame Verehrung beider Apostel zeige, dass die Kirche weder Petrus noch Paulus gehöre, sondern Christus.

Das ist mehr als eine historische Beobachtung. Es begrenzt die Rolle persönlicher Autorität. Bischöfe, Priester, Theologen und geistliche Lehrer können großen Einfluss besitzen, doch keiner von ihnen wird zum Eigentümer der Kirche oder zum letzten Maßstab des Glaubens. Ihre Autorität bleibt daran gebunden, ob sie auf Christus verweist.

Damit erklärt sich auch der zweite Teil des August-Aufrufs: auf die Väter und Lehrer der Kirche zu hören. In der orthodoxen Tradition sind die Kirchenväter keine Sammlung prominenter Stimmen, die einfach deshalb gelten, weil sie alt sind. Ihre Bedeutung liegt darin, dass ihre Auslegung von Schrift und Glauben innerhalb der Kirche geprüft, aufgenommen und über Generationen weitergegeben wurde.

Im März hatte Epiphanius beim Sonntag des Triumphs der Orthodoxie den Zusammenhang von wahrer Lehre, apostolischer Überlieferung und sakramentalem Leben betont. Tradition erscheint in dieser Perspektive nicht als Gegensatz zur Gegenwart, sondern als Prüfverfahren. Neue Deutungen müssen sich daran messen lassen, ob sie mit dem Evangelium und dem überlieferten Glauben vereinbar sind.

Der dritte Punkt — Versuchungen zu meiden — macht die Predigt alltagsnah. Im christlichen Sprachgebrauch ist eine Versuchung nicht nur ein offensichtlicher moralischer Fehltritt. Auch der Wunsch, in einem Streit um jeden Preis zu gewinnen, die Faszination für einen charismatischen Anführer, verletzter Stolz oder die Bereitschaft, eine bequeme Behauptung ohne Prüfung zu glauben, können eine Gemeinschaft auseinanderziehen.

Im April beschrieb Epiphanius die Kirche als Raum einer geistlichen Gemeinschaft der Gläubigen miteinander und mit Christus. Diese Gemeinschaft ermögliche persönliches Wachstum im Glauben. Das ist ein wichtiger Unterschied zur Vorstellung, Einheit bedeute Gleichförmigkeit. Verschiedene Charaktere, Erfahrungen und Aufgaben bleiben bestehen; entscheidend ist, ob sie sich auf ein gemeinsames Zentrum beziehen.

Für Deutschland und die Schweiz hat diese Debatte einen zusätzlichen europäischen Rahmen. Ukrainische Religionsgemeinschaften sind in vielen europäischen Ländern sichtbarer Teil des gesellschaftlichen Lebens geworden. Epiphanius’ Berliner Gespräche im Juni machten deutlich, dass Fragen von Religionsfreiheit, kirchlicher Verantwortung und der Rolle von Glaubensgemeinschaften längst nicht nur innerhalb der Ukraine diskutiert werden.

Gerade in Deutschland treffen ukrainische Gemeinden auf eine religiöse Landschaft, in der Kooperation zwischen Kirchen, staatlicher Religionspolitik und pluralistische Gesellschaft eng miteinander verbunden sind. Wer hier eine orthodoxe Identität bewahren will, muss sie oft Menschen erklären, die andere kirchliche Erfahrungen haben. Das macht die Frage nach dem Kern dieser Identität besonders praktisch.

Die Predigt vom August verschiebt die Perspektive dabei bewusst vom öffentlichen auf den geistlichen Bereich. Diplomatische Treffen, Bischofsräte und kirchliche Strukturen können institutionelle Beziehungen ordnen. Einheit entsteht nach dieser Logik aber erst dann, wenn Menschen ihre Loyalitäten richtig gewichten: Christus steht über der Person, die gemeinsame Überlieferung über der kurzfristigen Mode und geistliche Unterscheidung über dem spontanen Impuls.

Im Juli tagte unter Epiphanius’ Vorsitz zudem ein erweiterter Bischofsrat der Orthodoxen Kirche der Ukraine. Das zeigt die formale Seite von Synodalität. Die Sonntagspredigt erinnert zugleich daran, dass kein Gremium die innere Haltung ersetzen kann, die kirchliche Gemeinschaft überhaupt erst trägt.

Für Leserinnen und Leser im deutschsprachigen Europa bietet die Botschaft daher einen Einblick in eine zentrale orthodoxe Vorstellung von Einheit. Sie bedeutet nicht, Unterschiede zu leugnen. Sie soll Unterschiede in eine Ordnung bringen, in der weder Persönlichkeit noch Konflikt das Zentrum besetzen. Die drei Begriffe der Predigt — Christus, kirchliche Lehrer und Wachsamkeit gegenüber Versuchungen — bilden dafür eine kompakte geistliche Grammatik.

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