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Russische Häftlingsrekrutinnen berichten von sexualisierter Gewalt im Militär

Frauen, die aus Strafkolonien in russische Sanitätseinheiten wechselten, erheben schwere Vorwürfe gegen Vorgesetzte. Eine Sanitäterin meldete eine mutmaßliche Vergewaltigung im Juni 2026 der Militärstaatsanwaltschaft.

Завербованные из колоний женщины рассказали о сексуальном насилии в армии

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Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OU erstellt.

Frauen, die aus russischen Strafkolonien für den Krieg gegen die Ukraine rekrutiert wurden, berichten von sexualisiertem Druck und Gewalt durch Vorgesetzte. Eine Recherche des russischen Mediums Verstka beschreibt ein System, in dem Geld, die Aussicht auf Entlassung aus der Haft und die Frage, ob eine Frau im Hospital oder näher an der Front eingesetzt wird, eng mit der militärischen Befehlskette verbunden waren.

Nach Angaben von Verstka wurden Frauen in der untersuchten Rekrutierungswelle Einjahresverträge angeboten. Genannt wurden Monatsgehälter ab 220.000 Rubel, Zahlungen im Fall einer Verwundung und die Aussicht, den restlichen Teil der Haftstrafe nicht mehr verbüßen zu müssen. Mehrere Hundert Frauen sollen nach einer Vorbereitung als Sanitäterinnen in den Krieg geschickt worden sein.

Gerade diese Abhängigkeit spielt in den Aussagen der Frauen eine zentrale Rolle. Eine Gesprächspartnerin berichtete, ein Kommandeur habe angeboten, Frauen im Krankenhaus arbeiten zu lassen, statt sie näher an die Front zu schicken, wenn sie ihn nachts besuchten. Einige hätten zugestimmt. Später habe sich herausgestellt, dass der Mann über ihre tatsächliche Verwendung gar nicht entscheiden konnte.

Besonders schwere Vorwürfe erhebt Lyudmila Poltarakova. Sie sagte Verstka, der Regimentskommandeur Sergey Zhitkov habe sie zunächst für Massagen zu sich bestellt und sei später aggressiv geworden. Poltarakova wirft ihm vor, sie im Februar 2025 vergewaltigt zu haben; die sexuelle Gewalt habe sich ihrer Darstellung zufolge im März fortgesetzt. Dabei handelt es sich um ihre Anschuldigung. Ein öffentlich zugängliches Gerichtsurteil, das Zhitkovs Schuld feststellt, liegt nicht vor.

Poltarakova erklärt außerdem, später seien sexuelle Dienste für einen weiteren hochrangigen Militär von ihr verlangt worden. Nach einem Streit sei sie in ein anderes Sanitätsbataillon versetzt worden. Vor der Versetzung habe sie jedoch eine Erklärung unterschreiben müssen, wonach Zhitkov ihr gegenüber keine Gewalt ausgeübt habe. Sie begründete die Unterschrift mit Angst vor den Folgen für ihren weiteren Dienst.

Im Juni 2026 erstattete Poltarakova laut Verstka offiziell Anzeige wegen Vergewaltigung bei einem Militärstaatsanwalt. Danach sagte sie öffentlich, man wolle sie an die Front schicken und sie fürchte, dass dies dazu dienen könne, sie loszuwerden.

Andere Veröffentlichungen bestätigen Teile ihres militärischen Hintergrunds. Am 30. Juni wurde ein Appell Poltarakovas veröffentlicht, in dem sie als Vertragssoldatin des 370. selbstständigen Sanitätsbataillons bezeichnet wurde. Sie sprach dort von mehr als 80 verurteilten Frauen, die Verträge mit dem Verteidigungsministerium unterschrieben hätten, und beschrieb Einsätze in Evakuierungsgruppen an der Front. Am 1. Juli erschien ein weiterer Bericht, wonach sie einen dringenden Befehl zum Einsatz weiter vorn erhalten habe und um ihr Leben fürchte.

Verstka berichtete später, Poltarakova sei am Leben und befinde sich an der Front. Nach Angaben des Mediums wurde gegen sie ein Strafverfahren eingeleitet, weil sie einen Befehl zu einem Kampfeinsatz verweigert habe. Wegen ihrer Vergewaltigungsanzeige sei dagegen kein Strafverfahren eröffnet worden. Öffentlich zugängliche Unterlagen von Staatsanwaltschaft oder Gericht, die diesen Verfahrensstand unabhängig belegen, liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Die Rekrutierung weiblicher Häftlinge begann als Praxis nicht erst 2024. Current Time berichtete bereits im März 2023 über Frauen aus Strafkolonien und über Rekrutierung durch Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums. RFE/RL schilderte später den Fall einer Frau, die im Sommer 2023 in einer Kolonie unterschrieb und anschließend als Krankenschwester im Gebiet Donezk arbeitete. Auch sie berichtete von unerwünschten Annäherungen durch Soldaten und von Unterschieden zwischen Versprechen und tatsächlichen Bedingungen.

Der Fall Poltarakova lenkt den Blick damit auf ein strukturelles Problem: Wer aus Haft in eine Armee wechselt, kann seine neue Institution kaum verlassen und ist bei gefährlichen Einsatzentscheidungen von Vorgesetzten abhängig. Entscheidend wird nun sein, ob ihre Anzeige unabhängig von jener Befehlskette untersucht wird, gegen deren Mitglieder sich die Vorwürfe richten.

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