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Sony verteidigt sich in Sammelklage: Digitale Spiele sind nur Lizenzen

Sony argumentiert in einer Sammelklage, dass Käufer digitaler PlayStation-Spiele keine Täuschung erwarten dürfen: Sie erwerben nur eine Lizenz, kein Eigentum. Kritiker sehen darin einen weiteren Angriff auf Verbraucherrechte, während Sony bis 2028 komplett auf physische Discs verzichten will.

Im Streit um den Besitz digitaler Spiele hat Sony eine klare Position bezogen: Wer ein Spiel im PlayStation Store kauft, erwirbt nur eine Lizenz – kein Eigentum. Das Unternehmen argumentiert in einer Sammelklage vor dem Northern District Court in Kalifornien, dass „vernünftige Verbraucher nicht getäuscht“ würden, wenn sie digitale Spiele kaufen. Die Kläger werfen Sony dagegen vor, die Natur digitaler Käufe nicht ausreichend offenzulegen.

Die Sammelklage wurde von vier PlayStation-Nutzern eingereicht. Sie bemängeln, dass Sony auf seiner Plattform Begriffe wie „kaufen“ und „Kauf bestätigen“ verwendet, obwohl die Transaktion lediglich eine eingeschränkte Lizenz gewährt, die eingeschränkt oder widerrufen werden kann. Nach kalifornischem Recht müssen Anbieter digitaler Güter klar kennzeichnen, dass Kunden keine Eigentumsrechte erwerben. Sony verweist darauf, dass die Nutzungsbedingungen im PlayStation-Store diese Information enthalten – allerdings versteckt in einem langen Text, der erst über mehrere Menüs erreichbar ist.

In der Software-Lizenzvereinbarung für die PlayStation 5 heißt es: „Wenn Sie sich in Nordamerika, Südamerika oder Zentralamerika befinden, werden Ihnen alle Spiele und andere Software, die für die Nutzung mit Ihrem PS5-System verfügbar sind, gemäß der Software-Produktlizenzvereinbarung lizenziert, nicht verkauft.“ Sony argumentiert, dass es in der digitalen Ära „nicht plausibel“ sei, dass Verbraucher glauben, sie würden Eigentum an einem digitalen Spiel erwerben. Die Kläger halten diese Offenlegung jedoch für unzureichend, da sie während des Kaufprozesses nicht sichtbar ist.

Der Fall hat eine größere Bedeutung, weil Sony sich konsequent in Richtung einer rein digitalen Zukunft bewegt. Bereits Anfang des Jahres kündigte das Unternehmen an, die Produktion physischer Spiel-Discs bis Januar 2028 einzustellen. Einem Bericht zufolge haben in den USA in diesem Jahr nur sieben PlayStation-Spiele mehr als 100.000 physische Kopien verkauft. Zudem wird spekuliert, dass die kommende PlayStation 6 über kein Disc-Laufwerk mehr verfügen wird. Damit wäre der PlayStation Store die einzige Möglichkeit, neue Spiele zu erwerben.

Die Ankündigung, auf Discs zu verzichten, stößt in der Gaming-Community auf heftigen Widerstand. Der Spieleentwickler Hideo Kojima nannte die Entscheidung „beängstigend“ und „erschreckend“, insbesondere nachdem Sony Hunderte Filme aus den Bibliotheken der PlayStation-5-Nutzer entfernt hatte, weil eine Lizenz abgelaufen war. Eine Petition gegen die Abschaffung der Disc hat mehr als 377.000 Unterschriften gesammelt, und Fans organisierten einen einwöchigen wirtschaftlichen Boykott von PlayStation-Produkten.

Das Gericht muss nun entscheiden, ob der Fall in ein Schiedsverfahren überführt wird. Sony muss nachweisen, dass seine Hinweise zum Lizenzcharakter digitaler Käufe „zugänglich und offensichtlich“ sind. Sollte das Gericht dies anders sehen, drohen dem Unternehmen weitere rechtliche Konsequenzen. Die Entscheidung könnte richtungsweisend für die gesamte Spieleindustrie sein, da auch andere Plattformen zunehmend auf digitale Distribution setzen.

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