Ein Spielejournalist hat seinen ersten vollständigen Durchlauf von The Witcher 3 abgebrochen, um stattdessen das Indie-Spiel Dressmaker zu spielen. In einem Erfahrungsbericht beschreibt er, wie ihn das Nähen virtueller Kleider mehr fesselt als das Jagen von Monstern. Der Wechsel kam nicht aus einer Laune heraus, sondern aus einer neu entdeckten Freude an kreativer, ruhiger Spielerfahrung.
Dressmaker ist ein Simulationsspiel, bei dem die Spielerinnen und Spieler ein eigenes Modeatelier führen. Jede Entscheidung – von der Stoffwahl über den Schnitt bis zur Farbe – beeinflusst das fertige Kleidungsstück. Der Autor betont, dass es nicht nur um das Nähen gehe, sondern um den gesamten Prozess: die Wünsche der Kundschaft zu verstehen und professionell sowie respektvoll umzusetzen. Jedes Element fühle sich genauso wichtig an wie das vorherige, und das fertige Produkt sei entsprechend belohnend.
Der Reiz liegt für ihn in der Gestaltungsfreiheit. Obwohl er sonst eher zu actionreichen Titeln wie Call of Duty, Grand Theft Auto VI, Cyberpunk 2077 oder The Blood of Dawnwalker greift, schätzt er an Dressmaker die Möglichkeit, jedes Detail selbst zu bestimmen. So könne er beispielsweise Kleider zu bekannten Videospielcharakteren entwerfen oder sich auf eine bestimmte Farbpalette spezialisieren. Das Konzept sei einfach, der Spaß daran aber keineswegs oberflächlich.
Der Autor vergleicht das Spiel mit anderen entspannten Titeln wie Stardew Valley oder Disney Dreamlight Valley, die ebenfalls eine ruhige, kreative Nische bedienen. Dressmaker füge sich in diese Reihe ein, setze aber einen eigenen Schwerpunkt auf Mode und Handwerk. Für ihn ist das Spiel damit eine willkommene Abwechslung zu den üblichen, oft gewaltorientierten Blockbustern, ohne dass er diese grundsätzlich ablehnt.
Ein praktischer Hinweis für Interessierte: Dressmaker ist derzeit über die Plattform Fanatical mit einem Rabatt erhältlich. Mit dem Gutscheincode «FANATICAL15» im Warenkorb sinkt der Preis auf 12,74 US-Dollar beziehungsweise 11,56 Britische Pfund. Das entspricht einer Ersparnis von 15 Prozent gegenüber dem Listenpreis und ist günstiger als der Preis auf Steam. Wer also schon länger mit dem Gedanken spielt, in die Welt des virtuellen Schneiderhandwerks einzutauchen, kann jetzt zugreifen.
Der Erfahrungsbericht zeigt, wie sich die Vorlieben von Spielerinnen und Spielern wandeln können. Während The Witcher 3 für seine epischen Kämpfe und moralischen Entscheidungen bekannt ist, bietet Dressmaker eine andere Art von Befriedigung: die ruhige, aber tiefgehende Auseinandersetzung mit einem Handwerk. Der Autor jedenfalls hat seinen Hexer vorerst links liegen gelassen – und bereut es nicht. Stattdessen will er nun ein Kleid entwerfen, das perfekt zu Geralt passt. Eine versöhnliche Geste an den vernachlässigten Helden.