Der britische Spieleentwickler Supermassive Games hat sich von mehr als 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getrennt. Das Studio, das für Horror-Titel wie Until Dawn und die Dark Pictures Anthology bekannt ist, setzt damit Sparmaßnahmen um, die das Unternehmen offenbar bereits zuvor angekündigt hatte. Die Entlassungen erfolgten nur kurze Zeit nach der Veröffentlichung des neuen Spiels Directive 8020.
Betroffen sind nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens mehr als 70 Beschäftigte, die das Studio in dieser Woche verlassen haben. Supermassive Games hat sich bislang nicht öffentlich zu den genauen Gründen für den Stellenabbau geäußert. Der Schritt reiht sich jedoch in eine Serie von Entlassungswellen ein, die die internationale Spielebranche seit geraumer Zeit beschäftigt.
Supermassive Games wurde 2008 gegründet und hat sich mit erzählerisch starken Horror-Spielen einen Namen gemacht. Der Durchbruch gelang dem Studio mit Until Dawn, das ursprünglich für die PlayStation 4 erschien und später auch für andere Plattformen umgesetzt wurde. Mit der Dark Pictures Anthology etablierte das Team eine Reihe eigenständiger Horror-Geschichten, die jeweils unterschiedliche Schauplätze und Figuren in den Mittelpunkt stellen. Directive 8020 ist der jüngste Teil dieser Reihe und erst vor Kurzem auf den Markt gekommen.
Die Entlassungen bei Supermassive Games sind kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten haben zahlreiche große und kleine Studios weltweit Personal abgebaut. Als Gründe gelten gestiegene Entwicklungskosten, ein verändertes Kaufverhalten der Spielerinnen und Spieler sowie der Druck, immer größere und aufwendigere Produktionen zu finanzieren. Besonders Studios, die auf erzählintensive Einzelspieler-Titel setzen, geraten dabei unter wirtschaftlichen Druck.
Für die betroffenen Beschäftigten bedeutet der Schritt eine ungewisse berufliche Zukunft. Die Spielebranche in Großbritannien und anderen europäischen Ländern bietet derzeit nur begrenzt neue Stellen. Viele Entwicklerinnen und Entwickler wechseln in andere Technologiebereiche oder versuchen, sich mit unabhängigen Projekten selbstständig zu machen.
Ob Supermassive Games weitere Stellen streichen wird, ist unklar. Das Unternehmen hat sich zu möglichen nächsten Schritten nicht geäußert. Klar ist, dass der Stellenabbau die laufende Arbeit an künftigen Projekten beeinflussen dürfte. Für Fans der Horror-Reihe bleibt abzuwarten, wie sich die Veränderungen auf kommende Titel auswirken.
Die Nachricht verdeutlicht einmal mehr, wie angespannt die Lage in der Games-Branche ist. Selbst etablierte Studios mit bekannten Marken sind nicht vor Kürzungen gefeit. Die Entlassungen bei Supermassive Games zeigen, dass wirtschaftliche Unsicherheit und kreative Arbeit in der Spieleentwicklung derzeit schwer zusammenzubringen sind.