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Brasilien-Wahl: Flávio Bolsonaro gewinnt ersten Wahlgang gegen Lula

Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien hat Flávio Bolsonaro, Sohn des inhaftierten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, Amtsinhaber Lula im ersten Wahlgang knapp geschlagen. US-Präsident Trump hatte den Wahlkampf mit Zöllen und Sanktionen massiv beeinflusst. Die Entscheidung fällt nun in einer Stichwahl zwischen zwei Kandidaten.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien hat Flávio Bolsonaro, Sohn des inhaftierten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva im ersten Wahlgang überraschend knapp geschlagen. Nach Auszählung der Stimmen kam Flávio Bolsonaro auf 47,1 Prozent, Lula auf 45,1 Prozent. Damit erreichte keiner der beiden Kandidaten die absolute Mehrheit, sodass eine Stichwahl über die Zukunft Brasiliens entscheiden wird.

Lula zeigte sich am Wahlabend kämpferisch. Vor Anhängern im Hotel Renaissance in São Paulo räumte der 80-jährige Präsident ein, er habe fest mit einem Sieg im ersten Durchgang gerechnet. Zugleich kündigte er an, den Montag für politische Gespräche zu nutzen. «Am Dienstag sollen sich die Bolsonaristas bereithalten», sagte Lula mit Blick auf die Anhänger seines Konkurrenten. Er sei gut in K.-o.-Runden, betonte der Präsident, und nun beginne «ein neuer Wahlkampf, ein Wahlkampf zwischen nur zwei Kandidaten, in dem wir die Unterschiede zwischen den bestehenden Vorschlägen für Brasilien aufzeigen können».

Hinter dem Wahlsonntag steht mehr als reine Innenpolitik. US-Präsident Donald Trump hatte sich in den brasilianischen Wahlkampf eingemischt wie kaum ein ausländischer Politiker zuvor in der jüngeren Geschichte des Landes. Bereits im Juli 2025 verhängte er 50-Prozent-Zölle auf brasilianische Waren. Das Weiße Haus begründete den Schritt offiziell mit «schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen, die die Rechtsstaatlichkeit in Brasilien untergraben» – gemeint war die Strafverfolgung von Jair Bolsonaro, der von 2019 bis 2023 regierte und in den Medien als «Tropen-Trump» bekannt war.

Ende Juli 2025 sanktionierte das US-Finanzministerium zudem den Obersten Richter Alexandre de Moraes, der die Ermittlungen gegen Bolsonaro geleitet hatte. Finanzminister Scott Bessent warf de Moraes vor, sich selbst «zum Richter und zur Jury in einer unrechtmäßigen Hexenjagd gegen US-amerikanische und brasilianische Bürger gemacht» zu haben. Trumps Vorgehen folgt einem Muster: In Argentinien drohte er vor den Kongresswahlen im Oktober 2025 öffentlich mit der Streichung von Finanzhilfen, sollte die Partei von Präsident Javier Milei verlieren. In Honduras rief er vier Tage vor der Präsidentschaftswahl im Dezember 2025 offen zur Wahl des rechten Kandidaten Nasry «Tito» Asfura auf. In Kolumbien trugen Anhänger seines Wunschkandidaten Abelardo de la Espriella im Mai 2026 Kappen mit der Aufschrift «Make Colombia Great Again».

Doch der Druck aus Washington war auch ein Wagnis. Zunächst schien er sich gegen Trump zu wenden, denn Lula verwandelte jeden Nadelstich in Wahlkampfmunition. Ein Beispiel war sein Washington-Besuch am 7. Mai. Der Brasilien-Experte Guilherme Casarões von der Florida International University analysierte anschließend, die Reise sei «vor allem eine innenpolitische Operation» gewesen. Das Treffen verlief harmonisch, echte Lösungen für die offenen Konflikte gab es nicht. Lula konnte sich danach laut Casarões «als Verteidiger der brasilianischen Souveränität positionieren». Außenminister Mauro Vieira brachte die Haltung auf den Punkt: Brasilien werde «nicht von einer fremden Hauptstadt fernregiert». Lula machte dies zum Hauptmotiv seines Wahlkampfs.

Trump verstärkte Lulas Botschaft unfreiwillig, als er nach dem Treffen auf Truth Social den «sehr dynamischen Präsidenten Brasiliens» lobte und das Gespräch als «sehr gut verlaufen» bezeichnete. Die Sanktionen gegen Verfassungsrichter de Moraes wurden im Dezember 2025 auf Lulas Drängen hin wieder aufgehoben – als Teil von Verhandlungen über die Rücknahme der Zölle. Am 26. Mai besuchte jedoch auch Flávio Bolsonaro das Weiße Haus, begleitet von Bruder Eduardo. Gesprächsthemen waren organisierte Kriminalität, Zölle und Seltene Erden. Flávio lobbyierte offenbar erfolgreich für die Einstufung brasilianischer Kartelle als Terrororganisationen, denn wenige Tage nach dem Besuch vollzogen die USA diesen Schritt. Im Juli 2026 verhängte Washington erneut Zölle auf brasilianische Importe, im August entzog es dem brasilianischen Botschafter das Visum.

Das Hin und Her aus Druck, Entspannung und neuem Druck zeigt, dass Trump zu weitreichenden Maßnahmen bereit war, um die Wahl zu beeinflussen. Doch was die Wahl entschied, liegt wohl tiefer als Washingtons Kalkül. Zwar stärkte Trumps Positionierung für Flávio Bolsonaro dessen Rückhalt in der rechten und US-affinen Wählerschaft. Dass Lula nun überraschend deutlich nur den zweiten Platz im ersten Wahlgang erreichte, liegt nach Ansicht von Experten aber auch an einer generellen Verschiebung im Wählermilieu. Felipe Nunes, Direktor des Meinungsforschungsinstituts Quaest, nannte im Interview mit «O Globo» eine aufschlussreiche Zahl: «Im Jahr 2002 wussten 25 Prozent der Wähler nicht zu sagen, ob sie links, rechts oder in der Mitte stehen. Heute sind es nur noch wenige.» Die politische Rechte festigt damit ihre Position in Brasilien – unabhängig von der Stichwahl, die nun über die Präsidentschaft entscheiden wird.

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