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Patriot-Mangel zwingt Deutschland zu einer schwierigen Vorratsentscheidung

Berlin finanziert Hunderte Flugabwehrraketen für die Ukraine und baut Produktion in Deutschland aus. Für den kommenden Winter zählt trotzdem vor allem der vorhandene Bestand.

Patriot-Mangel zwingt Deutschland zu einer schwierigen Vorratsentscheidung

Фото: Mark Holloway / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 · CC BY 2.0 · rights

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OU erstellt.

Die Debatte über Patriot hat für Deutschland eine neue Ebene erreicht. Es geht nicht mehr nur darum, weitere Systeme oder Milliardenhilfen für die Ukraine zuzusagen. Entscheidend wird, wie viele Abfangraketen kurzfristig tatsächlich verfügbar sind. Ein Politico zugeschriebener Bericht nennt Deutschland, Polen, Spanien und Griechenland als Staaten, die ihre eigenen Bestände wegen der schwierigen schnellen Nachbeschaffung aus den USA nicht zu stark reduzieren wollen.

Aus deutscher Sicht ist diese Zurückhaltung nachvollziehbar. Patriot gehört zur eigenen Luft- und Raketenabwehr und spielt auch in den NATO-Planungen eine zentrale Rolle. Gleichzeitig ist Deutschland einer der wichtigsten Unterstützer der ukrainischen Luftverteidigung. Berlin muss deshalb zwei Sicherheitsinteressen gleichzeitig bedienen: die Ukraine gegen aktuelle russische Angriffe stärken und die eigene sowie alliierte Einsatzbereitschaft nicht unter ein kritisches Niveau drücken.

Die ukrainische Nachfrage ist enorm. EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius schätzte im März, dass die Ukraine für vier Wintermonate rund 700 PAC-2- und PAC-3-Raketen benötigen könnte. Lockheed Martin lieferte im gesamten Jahr 2025 nach eigenen Angaben 620 PAC-3 MSE. Der Konzern will die jährliche Kapazität im Rahmen einer siebenjährigen Vereinbarung mit der US-Regierung von etwa 600 auf 2.000 erhöhen. Das ist ein großer Sprung, hilft aber nicht vollständig bei einer Versorgungslücke im Herbst 2026.

Deutschland investiert deshalb auch in eine europäische Produktionsbasis. Im April wurde ein von Berlin finanzierter Vertrag über mehrere Hundert Patriot-Raketen für die Ukraine bekannt. RTX verweist zudem auf das neue GEM-T-Werk in Schrobenhausen, das bei den Lieferungen eine wichtige Rolle spielen soll. Damit entsteht in Bayern ein Baustein für mehr europäische Unabhängigkeit bei einem Waffensystem, dessen Munitionsversorgung bislang stark von den USA geprägt ist.

Für die kommenden Monate bleibt jedoch der vorhandene Vorrat entscheidend. Kiew wandte sich Anfang Juli an fast 40 Partnerstaaten mit der Bitte, Patriot-Raketen aus ihren Beständen abzugeben und später durch bereits bestellte Lieferungen ersetzt zu werden. Deutschland und die Ukraine arbeiteten parallel daran, PAC-3 über JUMPSTART schneller verfügbar zu machen. Das Modell verschiebt das Risiko: Der Geber hat vorübergehend weniger Raketen, die Ukraine dafür sofort mehr Schutz.

Wie ernst die Lücke ist, zeigte ein großer russischer Angriff auf Kiew Anfang August. Ukrainische Kräfte konnten die ballistischen Raketen in diesem Angriff nicht abfangen. Patriot bleibt für die Ukraine die entscheidende bodengebundene Fähigkeit gegen solche Ziele. Fehlt die Munition, wird selbst ein einsatzbereites System stark entwertet.

Für Berlin hängt die Bereitschaft zu weiteren Bestandsabgaben deshalb eng an der Verlässlichkeit der Nachproduktion. Je klarer Liefertermine aus Schrobenhausen und aus den USA werden, desto leichter lässt sich ein zeitweilig niedrigerer Vorrat politisch und militärisch vertreten. Das macht Produktionsplanung zu einem Teil der unmittelbaren Ukraine-Politik, nicht nur zu einem Projekt für die zweite Hälfte des Jahrzehnts.

Gleichzeitig steigt der russische Druck. Die Financial Times schrieb am 11. August, Russland produziere ungefähr 70 ballistische Raketen pro Monat und habe im Vormonat 198 eingesetzt. Vor einem möglichen erneuten Winterangriff auf die ukrainische Energieversorgung wird Deutschland deshalb zwei Aufgaben beschleunigen müssen: kurzfristig mehr reale Raketen in Richtung Ukraine bewegen und langfristig dafür sorgen, dass Schrobenhausen und die amerikanischen Produktionslinien die heutige Knappheit nicht zum Dauerzustand werden lassen.

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