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Russlands Uran-Einfluss könnte bis 2040 auf 36 Prozent steigen

Eine britische Analyse rechnet russische Beteiligungen im Ausland mit ein. Damit wird aus knapp fünf Prozent heimischer Förderung eine deutlich größere strategische Position.

Российский контроль над добычей урана может вырасти до 36%

NAC Kazatomprom JSC / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · rights

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Russland förderte 2024 auf eigenem Staatsgebiet 2.738 Tonnen Uran. Das entsprach nach Daten der World Nuclear Association rund 4,5 Prozent der weltweiten Produktion. Für die Versorgungssicherheit Europas ist diese Zahl jedoch nur ein Teil des Bildes. Das britische Centre for Strategic Advantage bewertet nicht nur den Standort einer Mine, sondern auch Eigentum und Einfluss auf Förderprojekte im Ausland. Nach dieser Methode lag die russische Position 2024 bereits nahe einem Viertel der globalen Kapazitäten.

Bis 2040 könnte dieser Anteil in einem Szenario des Instituts auf etwa 36 Prozent steigen. Voraussetzung ist, dass vereinbarte, im Aufbau befindliche und perspektivische Projekte wie geplant entwickelt werden und ihre erwartete Leistung erreichen. Die Zahl ist deshalb keine sichere Vorhersage. Politische Entscheidungen, neue Investoren, geänderte Beteiligungen und Verzögerungen bei Minen können das Ergebnis deutlich verändern. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer Prognose und einem Stresstest: CSA beschreibt eine mögliche Marktstruktur, wenn die heute sichtbaren Verbindungen fortbestehen.

Der wichtigste Knotenpunkt liegt in Kasachstan. Das Land war 2024 mit 23.270 Tonnen und rund 39 Prozent der Weltförderung mit Abstand der größte Uranproduzent. Uranium One, eine Rosatom-Tochter, ist gemeinsam mit Kazatomprom an mehreren großen kasachischen Betrieben beteiligt. Die World Nuclear Association weist Uranium One für 2024 eine ausländische Förderung von 5.829 Tonnen zu. Geografisch stammt dieses Material aus Kasachstan, wirtschaftlich ist an Teilen der Produktion ein russischer Staatskonzern beteiligt.

Hinzu kommen Projekte in Afrika, deren Entwicklungsstand genau unterschieden werden muss. In Tansania befindet sich Mkuju River noch in der Entwicklung; seit Juli 2025 läuft dort eine Pilotanlage zur Uranaufbereitung, eine kommerzielle Mine arbeitet noch nicht. In Namibia führt Uranium One im Aranos-Becken geologische Exploration durch. In Niger unterzeichneten Uranium One und die staatliche TNUC im Dezember 2025 ein Memorandum über Genehmigungen, Erkundung und mögliche spätere Minen. Das ist ein Einstieg in eine Zusammenarbeit, aber noch keine Kontrolle über die aktuelle nigrische Förderung.

Für den europäischen Markt kommt eine zweite Ebene hinzu. Die EU will im Rahmen von REPowerEU ihre Abhängigkeit von russischen Nuklearprodukten schrittweise verringern. Nach vorläufigen Angaben der Kommission kamen 2025 dennoch fast 2.900 Tonnen russisches Uran in angereicherter Form oder als Brennstoff in die Union. Gleichzeitig sind westliche Kapazitäten für Konversion und Anreicherung knapp, und neue Anlagen benötigen Jahre. Das zeigt, dass selbst ein politischer Beschluss zur Diversifizierung nicht sofort eine neue physische Lieferkette schafft.

Die Rohstoffseite verschärft dieses Problem. Selbst wenn Europa mehr Brennstoff außerhalb Russlands konvertiert und anreichert, muss das Natururan aus ausreichend vielen unabhängigen Quellen stammen. Eine starke russische Beteiligung an kasachischen oder künftigen afrikanischen Projekten könnte die Abhängigkeit an den Anfang der Lieferkette verlagern. Umgekehrt bedeutet eine russische Beteiligung an einer Mine nicht automatisch, dass Moskau allein über deren gesamte Produktion verfügt: nationale Regeln, Partner und Verträge begrenzen den Handlungsspielraum.

Für den deutschsprachigen Raum ist deshalb weniger die einzelne Tonne entscheidend als die Struktur des europäischen Marktes. Kernbrennstoff durchläuft mehrere Stufen, und jede kann eine andere geografische oder unternehmerische Abhängigkeit enthalten. Eine Diversifizierung, die nur auf die letzte Stufe blickt, könnte das Risiko an einer früheren Stelle übersehen. Genau deshalb lenkt die CSA-Analyse den Blick vom Etikett des Ursprungslandes auf Eigentum und langfristige Verfügungsrechte.

Das Szenario macht sichtbar, warum Energiepolitik nicht nur auf die Herkunft eines Produkts schauen kann. Entscheidend sind Eigentum, Verträge und die Finanzierung neuer Kapazitäten. Ob 36 Prozent tatsächlich erreicht werden, hängt besonders von Kasachstan, den afrikanischen Projekten und dem Tempo konkurrierender Investitionen ab. Wenn andere Anbieter neue Minen und unabhängige Lieferbeziehungen entwickeln, kann der russische Anteil deutlich niedriger ausfallen. Bleiben die heutigen Strukturen bestehen, könnte sich die strategische Konzentration dagegen erhöhen. Für Europa beginnt die Diversifizierung deshalb nicht erst bei der Brennelementefabrik, sondern bereits bei der Mine.

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